Archiv für Februar 15th, 2007
Learntec Tag Fotos
Ein paar Eindrücke kann man auf Flickr finden.
Learntec Tag 2 Impressions
Seit gestern Abend weiss ich, dass ich nicht der einzige bin, der sich über die mangelhafte WLAN Verbindung aufregt. Es ist eigentlich jeder hier auf der Learntec und das Gute daran ist, das auch das teure T-Mobile Netz andauernd zusammenbricht und das LAN sehr fehlerhaft und schmallbandig ist.
Die Vorträge über die Standards SCORM, IMS Learning Design und ISO/IEC 19796-1 waren sehr gut vorgetragen. Leider war Herr Rolf Schulmeister krank und so musste seine Session ausfallen. Bei der ePortfolio Session sind auch 2 Vorträge ausgefallen und gestern war es einer. Ich vermute die Grippe geht in Deutschland um, da auch bei uns ca 30% krank sind.
Die ePortfolios spielen in Europa inzwischen schon eine sehr grosse Rolle nur nicht in Deutschland. Vor allem das HRM erwartet in Europa nur online Bewerbungen und als Ergänzung ein ePortfolio. Das ist eine sehr beeindruckende Aussage. Schriftliche Bewerbungen werden teilweise gar nicht mehr angenommen.
Ein weiteres grosses Thema ist Open-Source und Open-Content. Moodle ist DER Lernraum auf der Learntec. Es gibt Workshops, es laufen Hostessen mit T-Shirts herum und es gibt viele Supportstände. Fast alle kommerziellen Produkte bieten Schnittstellen zu Moodle an oder werden es in Zukunft machen. Die Entwickler geben aber nach einigem Nachfragen preis, dass der Aufwand sehr hoch ist und das die Schnittstellen von Moodle doch zu wünschen übrig lassen. Das Datenbank Design ist halt nicht frei von Fehlern. Das erinnert mich doch sehr an die Video Diskussion vor 20 Jahren, da hat ja auch VHS gewonnen. Ich hoffe das Moodle diese Fehler noch rechtzeitig beheben kann. Es ist aber im Frontend ein sehr gutes Produkt und hat eine wirklich breite Akzeptanz. Baden-Würtemberg z.B. unterstützt jetzt offiziell Moodle und sehr viele Institute haben jetzt ein Moodle System parallel zu ihrem kommerziellen Produkt installiert.
Learntec Tag 2 E-Content Production at its Best
Wie kann man Content hochwertig produzieren und vor allem danach verwalten? Diese Frage wird leider zu wenig gestellt und diskutiert. Die meisten Hochschulen haben jetzt das Problem überhaupt E-Learning zu definieren und dann das Resultat (Lernraum, Email, PDFs, Podcasts etc.) in ihrem Institut zu etablieren. Hier geht es oft darum Finanzmittel zu akquirieren, Strukturen zu ändern oder neue Leute einzustellen.
Die Hochschulen werden diese Probleme lösen oder haben es schon, aber was kommt danach? Bei oncampus wird seit fast 10 Jahren hochwertiger Content produziert, der nachhaltig aber auch akademisch, didaktisch und ergonomisch ist. Damit steht oncampus aber fast alleine da. Die meisten Hochschulen haben keine E-Learning Abteilung mit über 30 Leuten, daher werden auf Tools gesetzt, die leicht zu bedienen sind und der Autor/Professor ist auch gleichzeitig Produzent.
Viele Anbieter, und das ist ein Trend auf der Learntec, haben sogenannte Rapid Tools im Programm, z.B. IMC oder Adobe um mal die Grossen zu nennen. Hier können Vorlesungen aufgezeichnet werden, Powerpoint Folien vertont werden und kleine Aufgaben gestellt werden.
Das Problem bei all diesen Lösungen sind die Schnittstellen. Wie verwalte ich den Content und wie kann ich den Content den Usern zur Verfügung stellen? Fast alle Institute benutzen hierfür LMS und der Trend geht wie immer zu Open-Source und wie für Deutschland zu erwarten ist, heisst das System dann Moodle. Aber warum sollte ich den Content in den Lernraum laden? Viel besser wäre es doch nur ein SCORM Manifest in das LMS zu laden, das dann auf ein Repository verlinkt. Content wird vielfach mehrfach verwendet, wenn auch oft nur von einem Dozenten in mehreren Kursen. Wenn dann Fehler im Content sind, und es sind immer Fehler da, dann muss an mehreren Stellen korrigiert werden und das ist äusserst uneffektiv. Wenn man aber ein gutes Autorentool hat, was auch eine Schnittstelle zu einem Repository hat, können viele Leuten an einer zentralen Stelle den Fehler beheben und er ist automatisch im Lernraum und somit in mehreren Kursen. Eigentlich simpel und einleuchtend.
Leider haben nur ganz wenige Firmen und Institute dies erkannt. Daher macht es dann aber umso mehr Freude, wenn man dann Software findet, die diese Möglichkeiten bietet. Neben meinem favorisierten Lernraum Sakai mit seinen vielen Schnittstellen hat inzwischen auch IMC mit dem Lernraum Clix und dem Lectornity Repository Slidestar toll nachgerüstet, auch Giunti mit Learn eXact ist dabei vertreten und natürlich darf man das Repository Hive von Harvest Road nicht vergessen. Seit gestern weiss ich auch, das Eedo ein sehr gutes Produkt namens TenForce hat und heute hatte ich eine beeindruckende Präsentation von LearnCube erhalten, Hersteller ist hier Outstart. Outstart ist erst seit einer Woche in Deutschland vertreten, hat aber weltweit über 140 Entwickler und 60 Vertriebsleute.
All diese Firmen haben eines gemeinsam, sie haben wirklich begriffen was E-Learning ist und werden bestimmt grossen Einfluss auf die zukünftigen Entwicklungen haben.



