Archiv für Juni 2007
E-Learning 2.0 – Mehrwert für die Community
Einen empfehlenswerten Artikel zum Thema E-Learning habe ich auf Read/WriteWeb gelesen. In „e-learning 2.0: All You Need To Know“ berichtet Richard MacManus über den Einzug des Zweipunktnull Konzeptes in das E-Learning. Er stellt einige Anwendungen vor. Und stellt auch fest, das gerade E-Learning prädestiniert für die Nutzung von 2.0-Anwendungen ist.
Why German Universities Choose Moodle Instead of Sakai
Das war wohl der am meisten erwartete Vortrag bei der Sakai Konferenz in Amsterdam und ich hatte das Glück ihn auch zu schreiben und zu präsentieren.
Ich hatte das gar nicht erwartet, aber schon am ersten Tag haben mich 10 Leute auf das Thema angesprochen und ich ahnte schon, das der Vortrag gut werden müsste. Naiv wie ich war, erwartete ich höchstens 10 Leute bei meiner Session, schliesslich lag sie am letzten Tag ganz am Ende. Da sind doch schon alle weg, aber nein nicht diese intrinsisch motvierten Sakai Leute:-)
Also habe ich zwei Nächte an meinem Vortrag gearbeitet und tatsächlich waren am Donnerstag Nachmittag ungefähr 100 Leute (jeder dritte Konferenzteilnehmer!) im voll besetzten Raum da und wollten wirklich hören was ich zu sagen habe.
Die Präsentation lief hervorragend, und die 30 Minuten dauernde Diskussion anschliessend, war sehr aufschlussreich.

Die Aussage zu meinem Thema ist relativ einfach.
Sakai wird in Deutschland nicht benutzt, weil es keiner kennt. Open Source muss auch Promotion und Marketing lernen.
Sakai hat keine gute Usability. Nur wenn der Anwender Freude am Arbeiten hat, hat Software auch Erfolg.
Dem Anwender ist es egal, was für eine Architektur dahinter steckt, er sieht ja nur das Frontend.
Moodles Erfolg basiert auf Emotionen, wie auch schon Michael Kerres festgestellt hat.
Viele Universitäten evaluieren ganz viele LMS um anschliessend festzustellen, dass der Anwender doch einfach nur Moodle haben will und wenn er es nicht kriegt installiert er es halt ohne Rechenzentrum alleine auf seinem PC.
Sogar Michael Korcuska, der Executive Director war dabei und ich denke die Botschaft ist angekommen. Eine Stunde vorher war ja auch die Diskussion über User Experiences mit dem Sakai Board und es gab noch etliche Beiträge dazu.
Ich habe mich sehr über die vielen Dankesworte und Gratulationen gefreut. Es macht einfach Spass, wenn man Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommt. Hoffentlich schaffe ich beim nächsten Vortrag es mal alles pünktlich vorzubereiten und muss nicht 2 Nächte an meinem Vortrag arbeiten:-) Aber das wäre zu naiv.
Eindrücke von der 7.Sakai Konferenz in Amsterdam
Gestern war sie schon zuende und ich hatte 3 Tage keine Zeit zum bloggen, dafür jetzt aber umso mehr.
Die Universität von Amsterdam war diesmal der Host und wirklich alle Teilnehmer waren begeistert von der Organisation und der schönen Stadt Amsterdam. Leider war das Wetter nicht so perfekt, aber wir waren ja auch dort zum arbeiten:-)
Es waren diesmal 370 Teilnehmer aus 60 Ländern vertreten. Das nenne ich international. Alle Konferenz-Sessions wurden Audio gestreamt und zu jedem Vortrag gab es im Wiki einen Platz. Wann lernen die Online-Educa und die Learntec dies? Das es im Gegensatz zur Learntec ein WLAN gab, muss ich erst gar nicht erwähnen.
Der Keynote Speaker war diesmal Hal Abelson vom MIT. Seine Rede über Copyright, Creative Commons, Open Source und dem Internet sollte sich jeder anschauen. Es war grossartig und ich konnte oft schmunzeln. Ja wieso kommen einige Lehrer auf die Idee ihre Vorlesung NICHT ins Internet zu stellen, weil es ihr Wissen ist. Aber im Gegensatz dazu, ist ihr Beruf Wissen zu vermitteln. Ein schöner Widerspruch:-)
Natürlich war Chuck Severance Session über die zukünftigen Entwicklungen bei Sakai wieder mal eine der Besten. Sakai wird nun JSR-170 implementieren, Pluto anbinden, die iFrames abschaffen usw. Es zeigt sich immer wieder, dass Sakai technisch wohl das beste LMS weit und breit ist.
Rolf Granow hatte einen sehr interessanten Vortrag über The European Perspective – Merging Sakai and the Bologna-Process. Die anschliessende Diskussion war vielversprechend und Vortrag sollte auch bald online.
Dann ging mir leider etwas die Zeit aus, da ich ja selbst meinen Vortrag vorbereiten musste und ich noch in vielen Meetings war. Hauptsächlich ging es dabei um nationale Repostory-Lösungen, aber von dem Projekt kann ich jetzt noch nichts berichten.
Die Mittwoch Abend Veranstaltung mit der Vorstellung der neuen Tools war wie immer das Highlight. Besonders gefallen hat mir das neue Test-Tool von Michigan. Grossen Dank an Viwie Sinou & Glenn Golden!
Eines der ganz grossen Themen kam dann bei der offenen Diskussion mit dem Sakai Board zu Tage, nämlich die User Experience. Die ist leider zu schlecht und Sakai muss endlich realisieren, dass Usability wichtig ist. Wichtiger als ein Rebuild des Kernels!
Das hat der neue Executive Direcctor Michael Korcuska auch gleich vernommen und die Sakai Community ist zuversichtlich, das Michael Sakai in neue Usability Zeitalter führen wird:-)
Dann war es dann auch schon vorbei. Drei Tage bei der besten Community die ich kenne. Ich hoffe ich kann auch zur nächsten Konferenz nach Los Angeles fahren, aber da muss ich noch das Reisebudget prüfen.
Sakai vs Blackboard oder doch eher Sakai & Blackboard?
Am kommenden Dienstag startet die 7.Sakai Konferenz erstmals ausserhalb der USA in Amsterdam. Nachdem schon bei der letzten Sakai Konferenz in Atlanta Blackboard sich der offenen Diskussion zu ihrem Patent mutig stellte, gehen sie diesmal sogar weiter und laden alle Konferenz Teilnehmer zu einem offenen Abend am Montag ein.
Wie sich doch die Zeiten geändert haben. Vor einem Jahr auf der Online Educa hat Blackboard noch bitter böse auf Open Source geschimpft (Das war natürlich nur die europäische Niederlassung von Blackboard, und die ist meist schlecht informiert.), aber inzwischen weiss ich von der letzten BB-DACH Tagung in Salzburg, das es einen sehr offenen Dialog zwischen Sakai und Blackboard gibt. Das ist erfreulich, wenn man an den Erfolg von LMS glaubt, müssen diese Systeme miteinander arbeiten. Also Content muss austauschbar sein, ob es nun SCORM, AICC oder IMS CC und QTI sei. Hier müssen die Marktführer miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Anscheinend haben Sakai und Blackboard das begriffen. Bei Moodle fehlt mir diese Diskussion leider. Blackboard hat mir gesagt, dass es bei Moodle dafür keine Ansprechpartner gäbe und das wäre sehr bedauerlich.
Eine Frage, die sich dabei stellt, ist ob Moodle das nicht will oder das nicht kann oder es nicht realisiert hat? Ich kenne die interne Moodle Struktur nicht und weiss nicht, wer da Ansprechpartner ist, aber die Zusammenarbeit muss sich hier ändern, wenn Moodle im akademischen Umfeld richtig erfolgreich sein will.
WCAG vor Fertigstellung
Die WCAG 2.0 steht kurz vor Fertigstellung auf einfach-fuer-alle.de gibt es hierzu einen mal wieder gut gemachten Podcast (direkter Link auf mp3). Einfach mal reinhören.



