Archiv für August 2007
Lust auf LA? Call for Papers für die nächste Sakai Konferenz
Es ist zwar noch lange hin, aber alle Jahre wieder ist Anfang Dezember die zweite Sakai Konferenz des Jahres. Diesmal im Sonnenstaat Kalifornien ganz in der Nähe von Los Angeles und zwar in Newport Beach. Dort trifft sich vom 4-7 Dezember die Sakai Community, um über die nächsten Schritte zu diskutieren. Das wird die achte Konferenz werden und ich erwarte ungefähr 600 Teilnehmer.
Der Call for Papers ist jetzt eröffnet und dauert noch bis zum 15.September. Vor der Konferenz sind natürlich noch ein paar Pre-Workshops und nach der Konferenz wartet Hollywood und Disneyland, statt Nikolaus und Glühwein:-)
Lehrer sein ist ein hartes Los
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das jammern der Lehrer nicht mehr ertragen kann. Ich hab da bestimmt auch eingefahrene Vorurteile, leider sind da aber auch viele später bestätigt worden. Das es Lehrer nicht leicht haben, kann ich nachvollziehen, aber was die Angela Furtkamp im Spiegel berichtet, hat mich doch sehr bewegt. Ist das die neue Bildungsoffensive von unserer Regierung? Ach sorry, Bildung ist ja Landessache.
Ich bin trotzdem absolut enttäuscht, was die Regierung, egal ob Land oder Bund, mit der Bildungspolitik bewirkt. Ich sage da nur Studiengebühren, Elite-Universitäten und Weiterbildungsprogramme.
SSL-Zertifikat bei moodle.oncampus.de
Seit dieser Woche haben wir nun ein offizielles Zertifikat vom Trust Center für die Authentifizierung bei unserem Moodle System. Damit geht die Anmeldung nun auch mit dem Internet Explorer problemlos. Bei dem Firefox konnte man sehr einfach das Zertifikat abspeichern, der IE hat dort komplexere Einstellungen.
Es gibt auch Firewalls, die nicht offiziell bestätigte Zertifikate sperren, und daher konnten einige Studierende, nicht mehr auf den Lernraum zugreifen. Das ist nun vorbei.
Man erkennt die sichere Verbindung an der URL https://moodle.oncampus.de. Das https steht dabei für HyperText Transfer Protocol Secure und wird nur für die Anmeldung verwendet, damit Username und Passwort verschlüsselt übertragen werden.
Datenschutz und Sicherheit bei Moodle
Jetzt haben wir Moodle schon 3 Wochen am laufen und jeden Tag werden neue Wünsche geäußert, Bugs entdeckt oder Features vermisst. Ich bin gespannt, was passiert, wenn wir am 5.September die Kurse für Soft Skills Online freischalten. Immerhin haben wir dort über 600 Teilnehmer gewinnen können. Das wird der erste große Belastungstest werden und zwei Wochen später ist dann auch für die 1400 Online-Studierenden der Semesterstart.
Dank den Hinweisen im Blog konnten mussten wir schon erste Anpassungen an Moodle vornehmen. So ist es ab sofort möglich, in seinem Profil die Felder für Wohnort, Postleitzahl und Strasse selbst zu verändern. Default sind diese Felder jetzt leer bzw. bei MUSS-Feldern mit sinnlosen Werten gefüllt. Diese Änderung musste aus Datenschutzgründen gemacht werden. Das ist zum einen gut, da der Schutz unserer Privatsphäre oft unterschätzt wird, man beobachte da nur Diskussion über die Onlinedurchsuchung von unserem Innenminister Schäuble, der nicht mal weiss, über was er redet.
Es ist aber auch schlecht, da in einem geschlossenen unabhängigen System, wie einem Lernraum, dadurch die Community-Bildung leidet. Wer will schon gerne jemanden ansprechen, von dem er überhaupt nichts weiss. Das widerspricht dem Ansatz in Gruppen zu lernen. Speziell beim Online-Lernen, hilft jede zusätzliche Information, da man die anderen ja nicht von Angesicht zu Angesicht sehen kann. Mit diesen Zusatzinformationen können auch Lerngruppen und Fahrgemeinschaften besser gebildet und organisiert werden.
Es liegt jetzt aber bei jedem selbst, dieses zu wollen oder zu unterstützen, oder für sich alleine zu arbeiten.
Skype Geheimnisse und warum Blogs ne gute Sache sind
Mein Lieblings-Chat Programm hatte mich letzte Woche verlassen. Skype hatte ein Systemausfall und ich musste ohne virtuelle Buddies zwei Tage mit meinen echten Kollegen reden. Das tat weh, aber mehr meinen Kollegen als mir:-) Was war passiert?
Skype hatte nach dem Microsoft Patchday einen starken Traffic-Anstieg in seinem VoIP-Netzwerk bekommen und dadurch hat ein eigener Systemfehler eine Kettenreaktion ausgelöst und das gesamte Netzwerk lahmgelegt. Zuerst kam der Verdacht auf, Skype würde die Schuld auf Microsofts Patchday schieben, aber weit gefehlt, alles nur Missverständnisse.
Das ein Telefon mal ausfallen kann, ist eigentlich nichts besonderes. Jeder Telekomkunde kann darüber Romane schreiben und ein VoIP-Dienst ist immer noch genauso gut, wie jeder andere Telekommunikationsanbieter. Was ich fabelhaft fand, ist das Skype in seinem Blog pausenlos die Neuigkeiten über den Ausfall (fast) transparent berichtete. Man sieht auch solche Firmen, machen kleine Blog-Fehler.
Nachdem im Internet dann angeblich Microsofts Patchday schuld sein sollte, meldete sich das Microsoft Security Response Center Blog und stellte seine Sicht noch einmal dar. Jetzt ist also alles klar und die schöne Internet Welt hat wieder einmal ein tolles Beispiel, wie toll doch Blogs und Transparenz ist, wenn das doch mal die Politiker lernen würden.
Was mir allerdings Bedenken bereitet ist die P2P-Struktur des Skype Netzwerkes. Das soll ja angeblich nur für 10 Mio. Nutzer ausgelegt sein und wie grosse P2P-Netzwerke arbeiten, ist sicherlich noch ein Geheimnis. Leider ist Skype in Sachen Technik nicht ganz so transparent, aber das kann man nachvollziehen. Vielleicht sollte man doch mal wieder eine Kommunikationsnetze Vorlesung dazu halten und sich mit der Struktur näher auseinandersetzen, aber dazu klaut mir Moodle und die Medienkomptenz einfach zuviel Zeit.
Moodle Anleitungen und Dokumentationen
Nachdem Moodle jetzt schon eine Woche läuft und die erste Aufregung sich gelegt hat, nun ein paar Hinweise zu Dokumentationen und Anleitungen, um die folgenden Schritte zu erleichtern. Moodle ist sehr selbsterklärend und daher intuitiver zu bedienen, als Blackboard. Das bestätigen auch die ersten Rückmeldungen, die wir bekommen haben. Trotzdem haben wir ein paar Hinweise um das Moodle-Leben zu erleichtern.
Als erste Anlaufstelle sei die die offizielle Moodle Dokumentation auf Moodle.org erwähnt. Hier steht alles drin, was offiziell übersetzt worden ist. Leider weist die Dokumentation viele Lücken auf, aber sie ist von jeder Moodle-System-Seite direkt zu erreichen.
Dann gibt es eine eigene oncampus Anleitung, wo wir spezielle Schwerpunkte gesetzt haben, z.B. haben wir den E-Mail Block installiert, aber die freie Anmeldung deaktiviert. Was sind die Unterschiede zum Blackboard System usw. Es gibt zwei Anleitungen, die eine ist für Mentoren und die andere richtet sich an die Studierenden. Die Anleitungen kann man unter Manuals auch direkt aus Moodle aufrufen.
Als letzte multimediale Anleitung wollen wir noch ein Schulungsvideo zur Verfügung stellen. Video2Brain hat ein Moodle Schulungsvideo produziert, was man online anschauen kann. Leider gibt es noch technische Probleme beim Zugang, da wir einen Sammelaccount benötigen, aber Video2Brain nur Einzel-Accounts zur Zeit anbietet. Wir hoffen es klappt noch bis zum Semesterstart damit.
Second Life – nur ein Hype? (Teil 3)
Nach langer Zeit mal wieder was zu dem Lieblingshype Projekt der neuen zweiten Welt im Netz, nämlich Linden Labs Second Life. War ich schon in Teil 1 und Teil 2 vorsichtig, bestätigen sich diese ersten Vermutungen. Wie Heise berichtet, gab es jetzt die erste Bankenpleite in Second Life. Leider wurde die Bank nicht durch eine Milliardenzahlung einer Notenbank gerettet, da es im zweiten Leben (noch?) keine Bankenaufsicht gibt. Die Bankkunden vertrauten den Versprechungen von 40% Rendite auf Ihren Einlagen, ähnlich dem bekannten Pyramidenspiel. Was im richtigen nicht mehr klappt, funktioniert also immer noch virtuell. Man kann die Leute abzocken und so sind 185.000 Dollar weg.
Auch Gartner rät inzwischen von SL ab, und empfiehlt die Marketing Aktivitäten mehr in betreute Communities zu konzentrieren. Die ersten Filialen machen schon zu, da von den 8 Mio. Nutzern maximal 40.000 gleichzeitig online sind. Die Anmeldungen stagnieren und das beste Geschäftsmodell ist mal wieder der Handel mit virtuellem XXX-Material. Womit wieder bewiesen wäre, dass weder das Internet noch das zweite Leben, besser ist als die Reeperbahn in Hamburg.
Wir sind Moodle
Heute wurde es vollbracht! Auf einmal war es da:-)
Das Moodle
Warum ging das plötzlich doch so schnell, fragen sich bestimmt einige?
Ganz einfach – wir haben am Freitag alle Fachbereichs- und Fachschaftskurse angelegt, und damit die funktionieren, müssen natürlich auch alle User angelegt werden. Heute morgen haben wir dann das Skript dafür gestartet, und nachdem wir auch den kleinen PHP-Memory-Fehler entdeckt hatten, konnten wir auch endlich alle Accounts einpflegen.
Der Mailserver musste dann nur schnell, knapp 2000 Mails verschicken und schon waren wir online. Jetzt waren alle User benachrichtigt und konnten schon mal das neue System ins Visier nehmen. Wurde auch gleich ausprobiert, aber noch fehlte ja das Salz in der Suppe, nämlich die Kurszugehörigkeit. Damit jetzt jeder auch seinen Fachbereichs- oder Fachschaftskurs testen kann, müssen nur noch ein paar Skripte laufen. Das dauert ungefähr noch zwei Stunden, und wenn dort keine Probleme auftauchen, haben wir den Hauptteil geschafft.
Endlich!
Dann hat das Ganze aber noch kein Ende, denn es gibt noch ne Menge Kleinigkeiten, z.B. die Studienkurse, die Weiterbildung, die Doku etc. aber es ist ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
Dann kann ich nur schreiben:
Vergesst Blackboard, nutzt Euer neues Moodle.
Über erste Eindrücke freuen wir uns natürlich.
Erste Infos zur Umstellung Blackboard zu Moodle
Also nach dem Auf und Ab der letzten 10 Tage, noch ein paar verbindliche erste Infos zur Moodle Installation bei oncampus. Der Hauptunterschied zu Blackboard wird jetzt sein, dass wir keine Gesamtkurse mehr haben werden. Es gibt nur noch Standortkurse bzw. einfach nur Kurse. Die Gesamtkurse wurden damals nur gebraucht, damit der Content nicht pro Standort separat verwaltet werden musste, sondern zentral in einem Kurs lag. Jetzt liegt der Content auch an einem zentralen Ort, aber nicht mehr im Lernraum, und die Kurse haben alle einen Link auf ihn. Das ist viel eleganter und durch geschickte Paramaterübergabe und Proxykonfiguration braucht der Anwender auch kein zweites Login und merkt davon nichts (in der Theorie:-)).
Die Fachschafts- und Fachbereichskurse sind auch ganz normale Kurse. Moodle bietet hier keine Unterscheidung, ist aber auch nicht erforderlich. Der einzige Unterschied ist hier das Default-Template.
Zum Template:
Einen Kurs legen wir ja nach einer Vorlage an. Das normale Template hat Default Blöcke (Teilnehmer, Mitteilungen, Online Aktivitäten und Neue Nachrichten) und Topics (News, Forum, Mentoren, Browsercheck (der ist jetzt in jedem Kurs extra aufgeführt), Kursplan und natürlich die Kurs-Materialien und evtl. Aufgaben). Für die Fachschaftskurse haben wir aber ein anderes Template und für viele Sonderfälle auch. Natürlich steht es jedem Mentor frei, seinen Kurs zu ändern. Das sind nur Empfehlungen, allerdings kann er die Standardblöcke nicht löschen.
Moodle hat jetzt ein eigenes oncampus Layout. Das ist nett, was aber sehr praktisch ist, dass wir endlich eine gute deutsche Sprachversion haben. Das war bei Blackboard 6.3 wirklich schlecht und sehr buggy gelöst und erst bei Blackboard 7 einsetzbar. Das hatten wir aber, dank der Moodle-Entscheidung nie installiert.
Awareness wird bei Moodle auch erheblich größer geschrieben. Man hat einen Überblick wer sich in das System eingeloggt hat, was in den Foren passiert ist und ob Nachrichten vorliegen. Leider ist der Chat sehr schwach, aber dazu in einem anderen Beitrag mal mehr.
Nachdem wir in den letzten Tagen wieder mal Bugs gefunden haben (keine Software ist fehlerfrei) hoffen wir natürlich, dass die Umstellung klappt. Moodle hat dabei den Vorteil, das man alle Fehler im Quellcode nachvollziehen kann, wenn man denn genug Ahnung hat:-) Das hilft ne Menge, aber die nächste Herausforderung steht dann schon an. Wir müssen natürlich unsere Anpassungen, Fehler und Erweiterungen der Community zur Verfügung stellen, und die müssen diese dann auch akzeptieren. Diese neue Workflows muss man erst noch lernen und verinnerlichen, aber das wird schon klappen.
Moodle wir kommen:-)
Linuxworld mit mehr als 11.000 Teilnehmern
Die Zeiten sind wohl endgültig vorbei, als Open-Source als Lösung für Freaks und Idealisten lächelnd abgetan wurde. Seit gestern treffen sich mehr als 11.000 Teilnehmer bei der Linuxworld in San Francisco. Der Umsatz von Open-Source war letztes Jahr 1,8 Milliarden Dollar und immer noch glauben viele, dass man mit OSS kein Geld verdienen kann oder es wäre umsonst. Das Linux und Co inzwischen mehr als nur ein Trend ist, hat auch Microsoft erkannt und arbeitet inzwischen in vielen Bereichen mit Novell und Red Hat zusammen.
In diesem Zusammenhang kann ich auch meine Erfahrungen einbringen. Wie oft ich im Zuge unserer Blackboard2Moodle Umstellung diese Diskussionen geführt habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Businessmodelle, Support, Copyright und Performance sind nur ein paar Schlagwörter dazu. Ich hoffe in 2 Wochen ist unsere Umstellung abgeschlossen und andere Universitäten werden unserem Beispiel folgen.



