Archiv für Juni 27th, 2008
Uni Wien wechselt von Blackboard zu Fronter
Jetzt ist es offiziell, was Insider schon länger wissen. Die Universität Wien mit 72.000 Studierenden die größte deutschsprachige Uni, wechselt das Learn Management System. Nach einer langen aufwendigen Evaluation wurde das norwegische Fronter System auserwählt. Fronter bezeichnet sich selbst als „commercial open source“ und ist laut Pressemeldung bestens für Bologna Prozess und modularisierte Studiengänge geeignet.
Mit dem Wechsel hat die Uni Wien, meiner Ansicht nach, eine große Chance vertan, um ein Zeichen in der Open Source Bewegung zu setzen. Hochschulen sollten bei Software Entscheidungen Open Source als produktive Alternativen fördern und einsetzen. Viele Open Source Projekte kommen aus Hochschulprojekten, werden dann aber aus Kostengründen und fehlendem Personal nicht eingesetzt. Die Begründung lautet dann meist, für Lizenzen sind Gelder aus Sachmitteln vorhanden und genehmigt, aber um ein Open Source Projekt zu realisieren, braucht man gutes Personal. Die Umwidmung von Sachmitteln in Personalmittel ist aber nicht gewollt. Warum aber dennoch heutzutage so viele Universitätsprojekte Open Source sein müssen, aber dann nicht von anderen Unis eingesetzt werden, ist widersprüchlich.
Eine ganz besondere Frage stellt sich auch nach den Auswahlkriterien einer Software im öffentlichen Dienst. Sollte ein LMS überhaupt ausgeschrieben werden? Kann sich ein Open Source Projekt auf eine Ausschreibung bewerben? Nein, das müssen Business Partner machen, die den Service und den Support bieten. Bei Sakai macht das z.B. rSmart und bei OLAT ist es Frentix. So sind die Erfolge einer kommerziellen Open Source Lösung natürlich Abhängig vom Know How und der Risikobereitschaft des Anbieters. Braucht man aber überhaupt Support? Meine Erfahrungen mit den Support Hotlines vieler Firmen (Adobe, Microsoft, Blackboard, Novell, etc.) haben mir gezeigt, dass jedes Open Source Forum gleichwertig ist oder besser ist.
Die Zukunft wird zeigen, ob andere Unis den gleichen Weg gehen werden, oder ob vielleicht doch ein richtiger Wechsel stattfinden wird.
Resume 6.Blackboard User Meeting in Wien
Jetzt sind schon paar Wochen ins Land gegangen trotzdem noch ein paar Worte zum 6.Blackboard User Meeting in Wien. Zuerst einmal einen sehr großen Dank an die Uni Wien und besonders an Annabell Lorenz für die sehr gute Organisation der Veranstaltung und dem gelungenen Inhalt. Zum ersten Mal wurde nicht nur über und mit Blackboard geredet, sondern auch über die strategische Positionierung eines LMS bzw. von E-Learning an einer Hochschule. Dabei sind die Probleme von E-Learning an allen Hochschulen ähnlich. Nach einer anfänglichen Förderung sind die E-Learning Projekte inzwischen erwachsen geworden und müssen sich als Stabsstelle, Pädagogische Abteilung oder als IT-Department in der Hochschule langfristig etablieren und um ihre Daseinsberechtigung kämpfen. Wo liegen die Vorteile von E-Learning in der neuen akademischen Welt vom Bologna Prozess, Studiengebühren und der neu entdeckten notwendigen Wirtschaftlichkeit von Bildung. Alles sehr spannend und man merkt, dass E-Learning weit mehr als nur eine neue Technik ist. Es kann der Grundstein für eine neue Ausrichtung der Lehre sein.
Blog ist umgezogen
Nach langer Zeit endlich mal wieder was Neues. Vielleicht hat der eine oder andere es ja schon gemerkt, das schöne Blog ist umgezogen. Es wird jetzt WordPress benutzt. Warum WordPress und nicht mehr b2evolution? Die Antwort ist ziemlich einfach. Die Qualität und Nachhaltigkeit einer Open Source Software steigt proportional mit der Verbreitung und WordPress hat sich inzwischen absolut etabliert. Ähnlich war die Entscheidung pro Moodle bei uns auch und wir sind sehr zufrieden damit.
Die URL www.onlinebynature.de ist noch nicht korrekt umgezogen. Das liegt zum einen daran, das dies etwas aufwendiger ist und zum anderen bin ich mir noch nicht absolut sicher, ob Fremdhosting bei wordpress.com das wirklich richtige ist.
Jetzt wollen wir aber schauen, ob mein neuer Vorsatz von drei Einträgen pro Woche Wirklichkeit wird.



