Archiv für Januar 2009
Tag der offenen Videokonferenz auf dem 4.Fernstudientag
In einem Monat ist der der 4.Fernstudientag und wir sind dabei
oncampus bietet den „Tag der offenen Videokonferenz“ wo man alles über unsere Angebote erfahren kann. In 20 Minuten Sessions erzählen Studierende, Dozenten und auch oncampus Mitarbeiter einiges, was in so einem Onlinestudium passiert und das ist ne Menge.
Ich bin natürlich auch dabei und berichte 20 Minuten etwas über meinen Lieblingskurs „Medienkompetenz„. Das alles läuft über unser Webkonferenzsystem Adobe Connect und jeder der ein Headset oder ein paar Lautsprecher hat, kann mitmachen. Webcams sind natürlich noch besser, müssen aber nicht sein.
Der Fernstudientag wird vom „Forum DistancE-Learning“ veranstaltet und ganz Web 2.0 like, gibt es auch ein Blog und ein Twitterfeed dazu.
Den Kurs habe ich jetzt schon einmal in unserem Demo-System eingerichtet, wo auch unsere anderen Demokurse zu finden sind. Ich hoffe auf rege Teilnahme, mehr Infos werden noch folgen.
Monopolist Youtube?
YouTube ist Google und Google ist YouTube! Vor Google muss man Angst haben, denn Google ist inzwischen Monopolist und weiss alles. Ist es aber wirklich schlecht, wenn man einen zentralen Anlaufpunkt für Videos im Internet hat?
Auf YouTube gibt es inzwischen mehr Videos als Hollywood je gedreht hat und das macht die Konkurrenz neidisch. Im Dezember hat daher Warner angekündigt seine Videos (Musik, Trailers etc.) zu entfernen, wenn Google nicht mehr von den Einnahmen abgibt und siehe da, sie haben es auch getan. Ich wollte am Wochendende 2-3 Künstler recherchieren und wurde dann wegen Copyright Verletzung nicht mehr fündig. Das Ergebnis für mich war, dass ich jetzt keinen Einblick der Videos/Musik habe und daher die CDs auch nicht kaufen werde (ob ich sie überhaupt gekauft hätte, stelle ich jetzt mal nicht in Frage).
RTL bzw. Bertelsmann geht ähnliche Wege. Alle Videos auf YouTube werden verboten, damit das eigene Portal Clipfish gepusht wird. So sind alle Videos von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus„, als auch „Deutschland sucht den Superstar“ nur dort zu finden. Das ist zwar gut für RTL, aber für den Kunden nicht sehr angenehm, denn er muss wissen, wo welches Angebot zu finden ist. Dasselbe gilt natürlich auch für unsere guten Öffentlich Rechtlichen, die ja genug Gebühren-Gelder haben ihre eigenen Mediatheken zu entwickeln, wo man dann aber auch nicht alles findet.
Das aber YouTube inzwischen „DER“ Anbieter ist und wie man diesen Monopolisten einsetzen kann, sieht man nicht nur an unseren neuen Internet-Gott Obama, der ab sofort einen eigenen YouTube Channel hat und damit alte Journalismus Regeln bricht (zu Recht), nein auch unser Papst Benedikt XVI ist ab sofort auf YouTube. Solche Angebote müssen natürlich diskutiert werden, aber ein zentraler Anlaufpunkt für alle Videos ist unglaublich praktisch, aber auch gefährlich.
Wer versteht den Sinn von Patenten?
Ich habe mir oft Gedanken über Patente gemacht. Am Sonntag war ein Bericht im ZDF über die Erfindung des Schiffspropellers. Hier hat das Patent dem Erfinder Joseph Ressel leider nichts genutzt und dies ist nicht nur einmal in der Geschichte der Patente passiert. Bei großen teuren Entwicklungen soll das Patent den Entwickler schützen und ihm seine entstandenen Kosten entschädigen. Es soll aber auch andere Erfinder motivieren besseres zu erfinden und die Weiterentwicklung und die Innovation zu fördern.
Schaue ich mich in der heutigen IT-Welt um, so zweifel ich aber oft am Sinn von Patenten. Ist der Wii Controller schützbar, und wenn ja, warum? Darf jetzt nur Nintendo Interlink den Controller benutzen? Immerhin hat Nintendo mit der Wii die Killerapplikation auf den Markt gebracht.
Jetzt wurde Apple das iPhone Patent zugesprochen. Darf jetzt nur noch Apple einen automatischen Kippmechanis für Handydisplays auf den Markt bringen? Wer hat eigentlich das Patent auf die Tastatur oder die Maus? Wird so Innovation gefördert oder behindert?
Ich bin gespannt, ob Apple Palm nicht wegen Patentverletzung verklagen wird. Aber Palm hätte ja eine Lizenz von Apple kaufen können…
Moodle Bug: HTML Tags werden falsch dargestellt, wenn Kurse importiert werden
Wir ändern nur bei Security Hinweisen während des Semesters unsere Systeme. Neue Releases spielen wir grundsätzlich nur in den Semesterferien ein, falls alle Ferien aller Partner zufällig mal in einer Woche seien sollten. Trotzdem hatten wir plötzlich das Problem bekommen, dass beim importieren von Kursen in Moodle 1.8.2+ alle Texte, die im Moodle Editor stehen, falsch dargestellt wurden. Es wurden HTML-Tags im Klartext dargestellt.
Wir hatten das Betriebssystem, den Webserver oder eine PHP-Library im Verdacht, aber konnten den Fehler nicht eingrenzen. Nach langer Suche haben wir einen Eintrag im Moodle Tracker gefunden. Die PHP libxml2 hatte einen Parser Fehler und wir musste diese Datei downgraden.
Soolche Fehler gibt es relativ selten. Meist sind diese schon behoben und man muss den Fehler nur im richtigen Forum finden. Zum Glück gibt es das Internet und Google, sonst wäre man beim Einsatz von Open Source sehr allein. Beim Einsatz von kommerzieller Software ist man heutzutage immer noch sehr vom Hersteller abhängig und ich bin inzwischen froh, nicht mehr Blackbaord Tickets öffnen zu müssen. Das hat uns damals sehr wenig geholfen.
Augmented Learning
Seit drei Tagen taucht dieser Begriff in meiner kleinen Welt auf und ich weiss nicht genau was „Augmented Learning“ überhaupt ist. Den ersten Hinweis hab ich bei Martin gefunden:
Ein fantastisches Werbevideo über „Augmented Reality“ von BMW, was eine kleine Vorstellung gibt, was später mal möglich ist.
Den zweiten Hinweis hab ich beim Call for Papers der DELFI2009 gefunden, wo Vorträge zum Thema „Augmented Learning“ gesucht werden. Wer denkt sich eigentlich solche Begriffe aus, und wie verbreiten sie sich? In der Wikipedia (weder deutsch noch englisch) gibt es keinen Eintrag dazu. Bin gespannt wie lange noch. Ich traum es mir jedenfalls nicht zu, aber das Video finde ich klasse.
Ebnet Kinderpornografie der Internetzensur den Weg?
Das Thema der Kinderpornografie ist sehr Ernst und sollte immer sachlich und fachlich behandelt werden. Unsere Familienministerin Ursula von der Leyen hat nun einen Vorschlag unterbreitet, Internetfilter bundesweit zu installieren. Nach den ersten sehr positiven Berichterstattungen in der Presse kommen jetzt aber mehr und mehr kritische Stimmen zu Tage.
Wird Kinderpornografie weniger, wenn man Webseiten sperrt?
Geschieht das Verbrechen am Kind nicht davor?
Wenn Internetfilter etabliert sind, werden diese dann nicht irgendwann für andere Zwecke missbraucht (siehe Mautstationen)?
Wer überwacht die Überwacher?
Ich möchte hier auf einen sehr guten Eintrag beim Handelsblatt-Blog hinweisen, der sehr viel sagt und schon sehr stark kommentiert wird. Bitte unbedingt lesen, das Thema ist wichtig.
In einer sehr gut inszenierten Pressekonferenz wurden Beispiele von Webseiten gezeigt, die diese verbrechen an Kindern dokumentieren, und nach dieser Vorführung hätte niemand es gewagt Frau von der Leyen zu widersprechen. Die nette Berichtererstattungwenn
Obama – Heilsbringer oder Wolf im Schafspelz?
Gestern war es soweit und der neue Superman Präsident der USA wird uns alle retten. Die Erwartungen an ihn sind fast grenzenlos, denn George W. Bush hat es geschafft das Ansehen der USA weltweit zu zerstören. Aber wird Obama wirklich alles ändern?
Natürlich wird der gute Mann Guantánamo schliessen und er wird den Irakkrieg in Frage stellen und er wird sich der Finanzkrise und dem Global Warming annehmen, aber wird er wirklich der Mann des „Change“ werden?
Die Musikindustrie freut sich jetzt schon über die Nominierung von David Odgen, der jetzt im Justizministerium arbeitet und vorher die Interessen der RIAA vertreten hat. Auch Tom Perelli hat früher für die Musiklobby gearbeitet und ist jetzt Kollege von Odgen. Für einen Präsidenten, der für sich beansprucht den ersten Internetwahlkampf gewonnen zu haben, ein sehr bedenkliches Zeichen.
Auch der Vorzeigedenker Noam Chomsky hat Kritik an Obama in einem sehr guten Interview im Rheinischen Merkur geäußert, was absolut lesenswert ist (wie alles von Chomsky).
Ist ein Blog 46.902 Euro wert?
Gestern wurde eines der meistgelesenen Blogs Deutschlands verkauft. Robert Basic hat beschlossen sein „Basic Thinking“ Blog über Ebay zu veräußern und hat dies, wie ein Blogger das so gerne tut, sehr transparent in seinem Blog dargestellt. Das Blog hat letztes Jahr rund 37.000 Euro (Brutto) an Werbeeinnahmen verzeichnet. 30.000 Euro für Direktbannerkunden und 7.000 für Linkverkäufe. In den deutschen Blogcharts ist es Nr 1.
Kann man von einem Blog leben? Laut den Bild-Blog Betreibern ist dies langsam (Stand 2007) möglich, aber sehr mühsam. Inzwischen dürfte es aber klappen, wenn man Robert Basics Einnahmen sieht.
Gestern ist die Auktion auf Ebay ausgelaufen und die ganze Webseite mit allen Rechten, der Domain, allen Kommentaren (darf man die überhaupt verkaufen?) und den Werbekunden ist für 46.902 Euro verkauft worden. Ich bin gespannt ob die neuen Betreiber das gleiche Niveau haben, wie Robert Basic. Ein Blog ist oft eine sehr persönliche Webseite mit eigenem Stil und Leben und ob ein anderer dies weiterführen kann, muss sich noch zeigen.
Dieser Blog Verkauf zeigt vor allem, dass Blogs inzwischen einen Wert besitzen. Sie sind eine anerkannte Informationsquelle und werden besucht, zitiert und beobachtet. Natürlich gibt es Millionen von Blogs, die unwichtig sind, aber die Top-Blogs (Netzpolitik, Bildblog, Spreeblick und die Nachdenkseiten) werden immer seriöser und anerkannter und sind keine Spielwiesen von Nerds.
Windows 7 mit Lübeck als Desktopbild
Jetzt hat auch Microsoft erkannt das Lübeck eine der schönsten Städte Deutschlands ist und nicht umsonst Königin der Hanse genannt wird. In der aktuellen Windows 7 Beta Version kann man nämlich Lübeck als Desktopbild auswählen.
Jetzt gibt es gar kein Grund mehr für uns Lübecker über Apple oder Linux nachzudenken
Maxdome – ein Erfahrungsbericht
Ich habe schon einmal über Maxdome berichtet. Die Eindrücke waren nicht sehr positiv. Nun hat es sich spontan ergeben, dass mir ein Probeabo angeboten worden ist und ich vier Wochen in den Genuss von Maxdome kommen konnte.
Maxdome hat wie gesagt erhebliche Nachteile. Man kann weder mit Linux, Apple noch mit Firefox oder dem VLC-Player das Angebot nutzen. Schuld ist die DRM-Technik, die natürlich nur mit der Monopol-Kombination Windows-InternetExplorer-Mediaplayer funktioniert. Dadurch grenzt Maxdome (eigentlich 1und1) geschätzte 30% der Internetnutzer in Deutschland aus. Es könnten sogar mehr sein, da natürlich nur Heimanwender zuhause Videos schauen werden und kaum Berufstätige und gerade in Deutschland wird der Firefox-Browser sehr viel privat benutzt (natürlich hat fast jeder Firefox Nutzer auch einen IE installiert, daher hinkt dies Argument).
Das Filmangebot ist überschaubar. Im Gegensatz zu einer Videothek hat Maxdome nicht alle Filme im Angebot. Es ist sogar schlimmer, denn es fehlen sehr viele Blockbuster. Von den aktuellen Verleih-DVD-Charts waren sogar nur zwei Filme (Dark Knight und Hancock) verfügbar.
Warum schreibe ich das hier überhaupt, schliesslich ist dies kein DVD-Blog. Ich denke hier sieht man wieder einmal, wie eine Firma es nicht schafft ein ordentliches Angebot auf die Beine zu stellen und der User hat den Schaden. Wie schon in der Musikindustrie geschehen, schafft es niemand alle Majorlabels unter einen Hut zu bringen und dem Kunden alle technischen Probleme vorzuenthalten. Es ist kein Wunder, wenn sich Internetsurfer lieber in P2P-Tauschbörsen neue Movies herunterladen, da es ja kein vernünftigen Alternativen gibt. Statt kundenfreundliche Angebote zu schaffen, verschwendet die Filmindustrie lieber ihre Energie damit, die Kunden zu verklagen.
In nicht allzuferner Zukunft wird dann wohl Apple kommen und alle Movies für eine iMovie-Flatrate anbieten. Leider laufen die Movies dann nur im Quicktime-Format in iTunes, aber dann wenigstens auch auf dem Mac und auf dem iPhone.
PS: Das bestellen und das Kündigen hat aber sehr gut geklappt und alle Service-Mitarbeiter von Maxdome waren sehr freundlich und das Angebot war sehr übersichtlich und gut aufgebaut.




