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Archiv für Januar 2012

Hat Media Markt auch das Internet verschlafen?

mit 9 Kommentaren

Seit kurzem hat der Media Markt seinen Online Shop mit einer großen Kampagne eröffnet und der erste Eindruck zeigt, es lohnt sich nicht dort einzukaufen. Man wundert sich, denn vom größten Elektronik Fachmarkt Europas (immerhin fast 60.000 Angestellte, 20 Milliarden Umsatz und knapp 250 Fachmärkte) hätte man einen Online Knaller erwartet. Was heute möglich ist, zeigt täglich Amazon (34.000 Mitarbeiter und 34 Milliarden Umsatz) und hier liegt das Problem. Bei Amazon gibt es quasi alles, also Bewertungen, Kommentare, Empfehlungshinweise, History, Erinnerung usw. Dazu gibt es einen ausserordentlich guten Service und das zu Knallerpreisen und beim Mediamarkt sucht man all das vergebens. Der Shop macht einen Web 1.0 Eindruck und von innovativen neuen Ansätzen, u.a. One-Click-Buy, Social Networks, E-Books oder neuen Geschäftsmodellen wie Videothek oder Music-Flatrate fehlt jede Spur und man hat auch das Gefühl, das alles nicht gewollt sei. Man kann dies dem Media Markt auch nicht verdenken, denn die einzelnen Fachmärkte sind größtenteils selbständig und nur Teilbereiche, wie z.B. Einkauf und Marketing sind zentralisiert. Also jeder Euro, der online umgesetzt wird, ist in Konkurrenz zum lokalen Fachmarkt zu sehen. Daher hat die Metrogruppe auch gehandelt und redcoon als Online Plattform gekauft, aber diese ist auch nur geringfügig besser.

Warum beschreibe ich jetzt diesen Online Shop so ausführlich?

Wie im letzten Artikel über Disruptive Technologien am Beispiel der MyTaxi App, sieht man auch hier, dass einige Industrien das Internet völlig ignorieren oder falsch einschätzen. Man kann sagen, Media Markt ist wirklich groß und die machen alles richtig, aber das haben Nokia und Quelle auch gedacht. Im letzten Jahr hat Amazon allein an einem Tag 2.1 Millionen Pakete verschickt. Im Versandhandel findet der Umsatz inzwischen zu 2/3 online statt, was eigentlich nur zeigt, dass das Internet inzwischen im Alltag angekommen ist. Wenn aber diese “alten Industrien” den Fortschritt (sei er gut oder schlecht) verschlafen, werden sie unglaublich schnell verschwinden. Media Markt definiert sich in den letzten Jahren fast zu 100% über den Preis. Leider hat aber Amazon fast die gleiche Preispolitik und im Gegensatz zum Media Markt, brauchen die nur ein Logistikzentrum und keine Verkäufer, auf lange Sicht ein unfairer Wettbewerb. Man wird in 5 Jahren sehen, wo der Weg vom Media Markt (und damit vieler Fachmärkte) hingehen wird, eines ist jedoch jetzt schon sicher. Dieser Weg wird hart werden und wir sehen schon jetzt, am Beispiel der Musikindustrie, dass sich vieles grundlegend ändert und Internet wird auch vor anderen Bereichen nicht stoppen, z.B. des Buchmarktes oder der Bildung.

Geschrieben von onlinebynature

Januar 29, 2012 um 4:11 nachmittags

Disruptive Technologien – die MyTaxi App

mit 3 Kommentaren

Lange nichts mehr gebloggt, aber ich hoffe dies Jahr wird es mal wieder besser. In der Kürze liegt die Würze, daher hier ganz schenll ein paar Gedanken zur “Veränderung”. In den letzten Wochen hab ich etliche Artikel über disruptive Technologien bzw. Innovationen gelesen. Das Jahr 2011 war z.B. das Jahr des Smartphones und 2012 wird sicherlich fast jedes neue Mobilgerät ein Smartphone werden und 4 Jahre später gibt es dann plötzlich keine Handys mehr. Das geht ganz schnell und Schwups ist man weg. Das gleiche haben auch Postkutschen bei der Erfindung des Autos erlebt oder die Musikindustrie als es plötzlich Napster gab. Berufe sind da auch nicht verschont, oder denkt noch heute jemand, dass seine Schuhe in Deutschland produziert werden?

Internet ändert alles!

In der Zeit war gestern wieder ein solch ein Beispiel, wo man nur mit dem Kopf schütteln kann. Die App “MyTaxi” verändert gerade die Welt der Taxiunternehmen. In Hamburg, Berlin und München ist sie schon allgegenwärtig und ersetzt “knallhart” die Taxizentralen, dennoch meint Herr Waldner auf Seite 3 “Apps werden die Szene verändern, aber eine Nische bleiben”. Das könnte wieder ein typisches Beispiel werden einer klassischen Fehleinschätzung. Ich vermute, dass es in 3-5 Jahren keine Taxizentralen mehr geben wird und sie einfach durch einen Webservice ersetzt werden. Die ältere Generation glaubt das nicht und die Jugend wird fragen “Was sind denn Taxizentralen? Hey hier ist meine MyTaxi App – voll krass einfach”.

Hinter MyTaxi stehen im übrigen mit Daimler und Telekom zwei Schlachtschiffe der Großindustrie mit ihrem Venture-Kapital. Mal schauen welche Firmen als nächstes durch Apps ersetzt werden…

Geschrieben von onlinebynature

Januar 23, 2012 um 2:26 nachmittags

Veröffentlicht in Medienkompetenz, Mobile Learning, Tools

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