Disruptive Technologien – die MyTaxi App
Lange nichts mehr gebloggt, aber ich hoffe dies Jahr wird es mal wieder besser. In der Kürze liegt die Würze, daher hier ganz schenll ein paar Gedanken zur “Veränderung”. In den letzten Wochen hab ich etliche Artikel über disruptive Technologien bzw. Innovationen gelesen. Das Jahr 2011 war z.B. das Jahr des Smartphones und 2012 wird sicherlich fast jedes neue Mobilgerät ein Smartphone werden und 4 Jahre später gibt es dann plötzlich keine Handys mehr. Das geht ganz schnell und Schwups ist man weg. Das gleiche haben auch Postkutschen bei der Erfindung des Autos erlebt oder die Musikindustrie als es plötzlich Napster gab. Berufe sind da auch nicht verschont, oder denkt noch heute jemand, dass seine Schuhe in Deutschland produziert werden?
Internet ändert alles!
In der Zeit war gestern wieder ein solch ein Beispiel, wo man nur mit dem Kopf schütteln kann. Die App “MyTaxi” verändert gerade die Welt der Taxiunternehmen. In Hamburg, Berlin und München ist sie schon allgegenwärtig und ersetzt “knallhart” die Taxizentralen, dennoch meint Herr Waldner auf Seite 3 “Apps werden die Szene verändern, aber eine Nische bleiben”. Das könnte wieder ein typisches Beispiel werden einer klassischen Fehleinschätzung. Ich vermute, dass es in 3-5 Jahren keine Taxizentralen mehr geben wird und sie einfach durch einen Webservice ersetzt werden. Die ältere Generation glaubt das nicht und die Jugend wird fragen “Was sind denn Taxizentralen? Hey hier ist meine MyTaxi App – voll krass einfach”.
Hinter MyTaxi stehen im übrigen mit Daimler und Telekom zwei Schlachtschiffe der Großindustrie mit ihrem Venture-Kapital. Mal schauen welche Firmen als nächstes durch Apps ersetzt werden…
Wir haben gewonnen – Wikimedia vergibt WissensWert Preise an oncampus
Die WikiMedia hat zum zweiten mal den WissensWert Preis vergeben. Eine fachkündige Jury (u.a. iRights.info und netzpolitik.org) hat dann 5 Preisträger bestimmt und der Grund warum ich das hier schreibe, liegt auf der Hand, denn wir haben mit unserem Projektantrag “Barrierefreie YouTube OER Videos” gewonnen. Doch das ist nicht alles, denn wir haben dank Euch auch noch den Publikumspreis gewonnen und damit noch einmal 2.000 Euro extra bekommen. Das alles kann man sehr gut im Wikimedia Blog nachlesen, daher nun ein paar Hintergrundinfos und Fakten zum Projekt .
Projektidee (aus Antrag kopiert)
“Wir haben etliche animierte akademische Lehrvideos in unserem Portfolio und haben diese schon teilweise auf unserem YouTube Channel www.youtube.com/oncampusfhl unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA Version 3.0 (in Zukunft: CC-BY) als OER veröffentlicht. Youtube hat dabei viele Vorteile, so kann man damit jeden Benutzer, zu jeder Uhrzeit an jedem Ort erreichen, aber auch jedes Device (es sind immer spezielle Apps vorhanden). YouTube bietet aber auch die Möglichkeit Untertitel zeitlich synchronisiert einzubinden, so dass auch Gehörlose das Lernmaterial nutzen könnten. Wir könnten also unsere ca. 150 bestehenden Videos untertiteln und neue einstellen.”
YouTube Channel
Wir haben seit fast 2 Jahren unseren sehr erfolgreichen YouTube Channel http://www.youtube.com/oncampusFHL und dort inzwischen über 180 Videos online. Damit kriegen wir täglich 1.500 Klicks (Summe Ende 2011 knapp 400.000). Im Vergleich zu anderen Hochschulen stehen wir mit dem Angebot sehr gut da und YouTube ist dafür auch eine nahezu perfekte Plattform (obwohl wir ja auch immer hören und lesen, Google sei böse und enteignet seine Kunden). Für YouTube gibt es zu allen Web 2.0 Diensten Schnittstellen und für jedes Betriebssystem und für jede Hardware Unterstützung. Jeder kann überall YouTube Videos anschauen und einbetten, sei es in Moodle oder auf dem Smartphone, es funktioniert immer. Dazu haben wir fast 10mal soviel Aufmerksamkeit auf YouTube, als besipielsweise auf iTunes U. Bei Vimeo, Sevenload und all den anderen Anbietern beträgt der Unterschied sogar das 50fache. YouTube ist quasi alternativlos und vor allem ist es technisch wahnsinnig gut. Das merkt man jedoch erst, wenn man einmal diese Portale vergleicht und benutzt.
Die Creative Commons Lizenz
Wir hatten die Videos bisher unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA Version 3.0 gestellt, Das bedeutet, jeder darf die Videos frei verwenden und remixen, muss jedoch unseren Namen nennen. Das hört sich zuerst sehr logisch, da wir unseren Konkurrenten nicht unser Material geben wollen, aber nur auf den ersten Blick Denn in der Praxis sind Videos BY-NC fast nicht zu gebrauchen, da man irgendwie fast immer Geld damit verdient, sei es für einen Vortrag, als Schnippsel in einer Collage und als Material in einem Weiterbildungskurs. Dabei könnte das Video auch nur 1/1000 des Kursmaterials darstellen, mit Ausschließklausel Non Commercial (NC) dürfen das nicht einmal Lehrer (die kriegen ja auch Gehalt vom Vater Staat) im Unterricht benutzen. Ob dies wirklich in der Praxis so umgesetzt wird, darf bezweifelt werden, aber wenn man einen Anwalt fragen würde, dann wäre es höchstwahrscheinlich verboten. Da wir jedoch den Lehrer und Lernern keine Schranken auferlegen wollen und keine Angst vor der Konkurrenz haben (die Namensnennung bleibt), haben wir sogar beschlossen die neuen Videos ganz frei ( CC-BY) einzustellen, nämlich nur noch unter Namensnennung. Es lebe das freie Wissen!
Realisierung
Wir müssen allen Videos jetzt einen neuen Abspann geben, der zeigt das die Videos nun unter CC-BY 3.0 versehen sind. Zusätzlich müssen wir mittels CaptionTube allen Videos Untertitel geben. Wir haben dabei mit einer Stunde Bearbeitungszeit pro Video gerechnet. Wenn es schneller geht, schaffen wir halt auch mehr Videos.
Publikumspreis
Neben dem Preis der Jury, gab es auch noch einen Publikumspreis zu gewinnen. Dank Euch haben wir den auch noch “abgeräumt” und kriegen 2.000 Euro zusätzlich. Natürlich werden wir damit, noch mehr Videos online stellen. Wir sind schon auf der Suche nach neuen und sind auch schon fündig geworden.
Wie geht es weiter?
Jetzt wird erstmal gefeiert (na das ist eigentlich schon vorbei), dann wird getwittert, Facebook und gebloggt (das ist auch erledigt) und dann kommt noch ein Presseartikel und danach kommt Papierkram und dann geht es ab nach Berlin und ich treffe Wikimedia und die anderen Preisträger. Im übrigen hat sich etwas wesentliches geändert, denn schon seit letzter Woche stellen wir nur noch Videos mit der neuen CC-BY Lizenz ein (die sind aber noch nicht freigeschaltet, aber schon auf YouTube).
Wer hat Lust zu helfen?
Wenn jemand Lust hat, diese Videos zu bearbeiten und idealistisch der Welt helfen will und Geld braucht, kann sich gerne bei mir melden. Wir brauchen nämlich noch einen guten Videoprofi, der Lust hat zu schneiden und Videos zu untertiteln. Einfach ne kurze Mail an wittke@fh-luebeck.de
Connect Extensions damit man nicht vor leeren Räumen warten muss
Wen hat es schon immer gestört, dass er stundenlang den Connect-Raum aktiv beobachten musste und niemand kam herein. Diese Zeiten sind schon lange vorbei, denn es gibt eine Türklingel. Bei den Connect Extensions einfach die Doorbell als swf-Datei runterladen und dann im Freigabe-Pod als Dokument einstellen und freigeben. Jetzt kann der Connect-Raum im Hintergrund laufen und es gibt mittels “Notify on entry” ein Glockensignal bei Eintritt einer neuen Person, was aber auch manuell ausgelöst werden kann. Jetzt kann man z.B. ganz einfach die Lautsprecher anschalten und nebenbei bügeln oder Kuchen backen, bis die Glocke läutet. Aber denkt bitte daran, das Bügeleisen auszuschalten
Das ist der Unterschied in der Bildungspolitik
Manche Headlines stimmen einen nachdenklich und machen zum Teil auch Sorgen. Im Ausland wird mächtig in die Bildung investiert vor allem in Asien. Südkorea ist da Vorreiter, denn dort sollen alle Schulbücher bis zum Jahr 2015 komplett digitalisiert werden, damit die Kinder mit Tablets und Smartphones bzw. übers Internet lernen können. Wenn ich nach Deutschland schaue, sehe ich dank dem modernen konservativen Urheberrecht eine Three-Strikes-Regel kommen und die Lehrer werden mittels Schultrojaner überwacht. Das Online-Studium bleibt dank der FDP nun auch auf dem Stand von 1995, denn eine flächendeckende Grundversorgung mit Breitband wird es nicht geben. Dies regelt der Markt angeblich von alleine. Man brauch nur einmal nach Mecklenburg-Vorpommern fahren und fragen, wie schnell es sich regelt. In Südkorea hatten übrigens schon 2007 über 90% Breitband und wir sind immer noch bei ca. 50% und unser Ziel für 2014 sind 75%. Deutschland ist ein Zukunftsland…
Ich muss nicht besser sein, ich muss nur bessere Anwälte haben
In letzter Zeit mehren sich viele Beispiele, dass viele Kämpfe gar nicht mehr auf dem Markt stattfinden, sondern vor Gericht. Da klagen die Verleger gegen die ARD, weil die Tagesschau App zu erfolgreich ist. Wieso sollten die Verleger auch selbst gute Apps entwickeln, einfach die Konkurrenz zwingen schlechter zu werden, ist auch ein guter Ansatz.
Apple macht das gleiche. Samsung bringt einen ernsthaften Tablet Konkurrenten mit dem 10.1 raus und Apple sagt, das wäre eine Geschmacksmusterverletzung. Das Gericht in Köln läßt dann auch gleiche alle Tablets in Europa verbieten. So soll es sein, denn deutsche Rechtsprechung ist EU-Recht – logisch. Dabei hat Apple einen Marktanteil von 70-80% bei den Tablets und hat letztes Quartal lockere 6 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Könnte aber auch etwas mehr werden, sie sind es ja ihren Aktionären schuldig.
Bei der Frankfurter Buchmesse gibt es jeden Tag Meldungen aller Verlagshäuser, dass man unbedingt die Bücher schützen müsste. Das ist geistiges Eigentum und muss unbedingt geschützt werden und zwar über Jahrhunderte hinweg und jeder der E-Books kopiert, muss verklagt werden. Warum allerdings der Kunde für eine digitale Kopie genauso viel zahlen soll, wie für ein Buch aus totem Holz, können sie nicht erklären. Wozu auch, wenn die Gerichte ihnen Recht geben, reicht das.
Und es geht weiter, denn Google muss Motorola kaufen, damit sie sich gegen Klagen von Apple und Microsoft wehren können. Oracle verklagt Google wegen Patenverletzungen von Java in Android und es geht so weiter.
Niemand kommt mal auf die Idee besser zu sein, wie die Konkurrenz. Wäre im Moment auch ein sehr seltsamer Ansatz. Wieso Qualität bieten, wenn wir Anwälte haben. Es wundert mich, dass die ganzen Kunden das anscheinend mitmachen und sich niemand darüber aufregt. All diese Beispiele sind negativ für den Kunden und widersprechen den Grundannahmen, warum Patente überhaupt erfunden worden sind. Der Ansatz war, dass die eigene Investitionen geschützt sein sollten und der Markt durch größere Konkurrenz für den Verbraucher zugänglicher wird. Ich sehr davon im Moment leider gar nichts und trauere immer noch meinen 10 Minuten hinterher, als ich kurz das Samsung 10.1 Tablet testen konnte. Kurz danach war es weg…
Endergebnis Teacher of the Year 2011 plus Hintergrundinfos
Hurra – Wir haben jetzt auch einen Preis zu vergeben
Beim diesjährigen VFH Symposium dachten wir uns, es sollten “Best Practice” Beispiele aus unserer Online-Lehre vorgestellt werden, aber wie macht man das? Wir können ja schlecht 600 Kurse anschauen und kompliziert bewerten, also lag es nahe, dass wir die Studierenden befragen. Das hört sich zuerst ganz einfach an, doch der Teufel steckt im Detail. Was wollen wir denn den Studenten fragen? Das beste Lehrmaterial, der beste Kurs oder der beste Dozent? Hat jeder Student eine Stimme, oder mehrere? Soll er nur die Kurse aus diesem Semester bewerten können oder auch die vom letzten Semester, manche Kurse werden ja nur halbjählich angeboten? Würde dann der Preis “Teacher Of The Semester” heissen (das klingt wirklich nicht gut)? Man merkt schon, das Thema ist komplex, aber es wir noch besser bzw. komplexer. Wie sollen die Stimmen ausgewertet werden? Wenn jede Stimme das gleiche Gewicht hat, dann sind die Dozenten mit großen Kursen natürlich bevorzugt. Die Erstsemesterkurse haben oft 50 Teilnehmer und Masterkurse manchmal nur 8. Hat der Master Dozent zwei Stimmen, so hat er 25% der möglichen Stimmen bekommen, aber hat der Erstsemesterkurs 4 Stimmen, dann sind das doppelt soviel wie der Masterdozent, doch über 90% der Studis, fanden den Dozenten nicht gut. Also mussten wir uns mühsam (ich schreibe besser wissenschaftlich) eine Gewichtung ausdenken, die ein faires Ergebnis erwarten ließ. Unsere offizielle Formel lautet dann:
“Teacher of the Year” = (Absolute Stimmenzahl für den Teacher / Anzahl durch den Teacher unterrichteter Studenten in den letzten beiden Semestern) * Faktor
Der Student hat dann auch die Möglichkeit bekommen nur seine Kurse zu bewerten, also keine Universal-Liste mit allen Dozenten (hey der Dozent vor 3 Jahren war richtig gut, der kriegt jetzt immer meine Stimme) und er konnte auch mehrere Dozenten wählen, falls er sich nicht auf einen Dozenten festlegen wollten. Jeder Dozent erscheint aber nur einmal auf der Abstimmungsliste, so haben Dozenten, die viel unterrichten keinen Vorteil. Wir dachten am Anfang nicht, das es so schwierig werden würde (langsam hab ich Respekt vor den Wahlsystemen, außer bei uns in Schleswig-Holstein).
Danach mussten wir das alles in Moodle umsetzen und auswerten. Wir waren dann gespannt auf die Ergebnisse und waren teilweise selber überrascht, was dabei herausgekommen ist. Es haben 597 Studierende “gewählt” und 1005 Stimmen abgegeben, was vielleicht etwas wenig ist, aber trotzdem repräsentativ. Als die Preisträger feststanden, wollten wir natürlich wissen, warum die Sieger auch so gut sind. Wir haben dann Interviews mit den Preisträgern gemacht (ganz einfach mit Connect und Camtasia) und diese dann auf YouTube veröffentlicht. Es soll nicht nur ein Preis verliehen werden, sondern wir wollen alle wissen, was in der Online-Lehre möglich ist und wie unterschiedlich sie eingesetzt wird. Parallel zu den Interviews gibt auch “virtuelle Pokale”, die jeder Preisträger in sein Moodle Profil kriegt, damit man auch als Student sehen kann, ob er von einem Preisträger unterrichtet wird. Ehre wem Ehre gebührt:-) Natürlich findet diese Offenheit nicht jeder gut, aber man kann es nicht allen recht machen. Ich bin schon gespannt auf die Kommentare, dennoch finde ich die Aktion sehr gut. Ich weiss nicht, ob sie jedem nützt, aber definitiv weiss ich, dass sie niemanden schadet.
Jetzt zu den Ergebnissen:
Platz 1 hat Andreas Wilkens vom Standort HS Emden/Leer belegt, den ich auch sehr schätze und denke das es verdient ist.
Platz 2 ging an Sebastian Purfürst von der FH Brandenburg
Platz 3 ging an den neuen Standort FH Kiel mit Prof. Andreas Thiemer
Die ersten Rückmeldungen waren übrigens durchweg positiv. Die Standorte und Dekanate haben sich alle gefreut und natürlich auch die Preisträger. Teilweise sollen noch einzelne Pressemitteilungen veröffentlicht werden und bei unserer 10 Jahres Feier in Berlin gibt es vielleicht noch ein Siegerfoto. Das macht Hoffnung auf das nächste Jahr und vielleicht hat der eine oder andere Dozent jetzt ein paar neue Ideen bekommen und setzt diese um. Wir sind gespannt auf das nächste Jahr und die Rückmeldungen von diesem Jahr.
Wir haben jetzt eine App fürs iPhone, iPad und Android
Das mobile Zeitalter läßt sich nicht mehr ignorieren und inzwischen haben/wollen 75% unserer Online Studierende ein Smartphone. Es wird also Zeit, dass auch wir unsere Angebote überdenken und uns einmal schlau machen, wie man Apps entwickelt und für welche Angebote sie überhaupt Sinn machen. Im Rahmen einer Diplomarbeit (ja richtig gelesen, es ist noch eine Diplomarbeit, keine Bachelor-Thesis) haben wir als Nebenprojekt eine VFH App entwickelt. Dabei wollten wir mehrere Fragen beantworten, die sich vielleicht für den einen oder anderen trivial anhören, die aber in der Praxis sehr viel Zeit kosten und auch sehr aufwendig sind, u.a.
- Wie richtet man einen iTunes Account ein?
- Kann man für Android, iOS gleichzeitig entwickeln?
- Wie funktioniert der Android Market Place?
- Kann man fürs iPhone und iPad gleichzeitig entwickeln?
- Wie lange dauert es, bis man eine App veröffentlicht kann?
- Gibt es Bedingungen, z.B. Ergonomie, Usability, Inhalt, Religion, Moral?
- Kann man Geld verdienen? Wie viel verdienen Google und Apple mit?
Seit rund einer Woche haben wir nun eine VFH App (oder sollte ich oncampus App schreiben?). Sie ist im iTunes Store erhältlich, aber natürlich auch für das Android im Market Place. Die VFH App ist eine Übersicht aller Studienstandorte, der Studienangebote und der Ansprechpartner plus einem kleinen Imagevideo.
Zuerst einmal vorneweg gesagt, damit man niemanden enttäuscht. Der normale Student braucht diese App nicht. Es sind keine Infos in der App, die nicht auf der Webseite stehen und man kann damit auch nicht besser studieren. Die App ist primar für uns gedacht, damit wir auf Messen, Veranstaltungen und Kongressen einmal kurz zeigen, was wir machen und damit wir auch zeigen, dass uns diese tollen technischen Gadgets (Smartphone, Pads) nicht unbekannt sind. Sekundär wollen wir damit lernen, wie man Apps entwickelt und wir sehen dann, was wir wirklich umsetzen können.
Jetzt kann man natürlich fragen, warum wir das nicht gleich für die Studierende machen. Das ist relativ einfach zu beantworten. Seit der letzten Moodlemoot in Elmshorn wissen wir, dass es in kürze eine Moodle App geben soll und zwar von Moodle selbst und/oder noch eine von der TU München. Das wir das Rad nicht zweimal erfinden wollen, warten wir natürlich ab. Andersrum ist die VFH App nur ein Nebenprojekt. Die eigentliche App, soll eine B2B App werden für den Hygienebereich und dem Infektionsschutz im Lebensmittelbereich.
Erstes Zwischenfazit
Wir haben bisher eine Menge gelernt.
- Wir haben Accounts bei iTunes und Google Market Place mit Bankverbindung und was da noch alles zugehört (zeitlich dauert das sehr lange bei Apple).
- Wir hatten regen Austausch mit Apple, wegen der Usability-Richtlinien (hier kann man selbst entschieden, ob das Zensur ist oder Qualitätssicherung).
- Wir haben uns für den Flash Builder als Crossplattform Entwicklungsumgebung entschieden, aber für die VFH App, war das trotzdem nicht die beste Entscheidung.
- Bei Google geht alles einfach schneller (hat aber auch keine Richtlinien und Qualitätssicherung).
- Und noch eine Menge Kleinkram
Wer Interesse hat, kann und soll die App ausprobieren und wir sind für jede Rückmeldung dankbar. Die ersten Rückmeldungen im Appstore sind leider nicht sehr positiv gewesen. Wir vermuten die Erwartungshaltung der Nutzer war anders. Leider kann man beim Appstore keine Antworten auf die Bewertungen geben (wieder mal ein kleiner Erkenntnisgewinn für uns).
Wahnsinn – 1/4 Million Klicks auf YouTube
Wer heute immer noch denkt, auf YouTube gibt es nur Musik, Babys und Scherzvideos, der hat wohl lange nicht mehr nachgeschaut. YouTube ist mit weitem Abstand das erfolgreichste Videoportal im Netz, und Filme heutzutage am PC bzw. Smartphone zu schauen ist für viele Alltag. YouTube kann einige beeindruckende Kennzahlen vorweisen. So werden pro Minute ca. 24 Stunden Videomaterial online gestellt und täglich werden über 2 Milliarden Videos abgerufen. In Deutschland verbringt ein Jugendlicher durchschnittlich 2 Stunden/Woche auf YouTube und die Tendenz ist steigend.
Seit Februar 2010 ist auch oncampus, die E-Learning Tochter der Fachhochschule Lübeck, mit dem Channel www.youtube.com/oncampusfhl dort vertreten und das mit großem Erfolg. Am Anfang war nur Neugier und eine Idee vorhanden. Wie funktioniert YouTube und werden dort auch Bildungs-Videos nachgefragt? Dürfen wir unsere Videos und Animationen dort rechtlich einstellen und welches Format müssen diese haben? Fragen, die keiner beantworten konnte und daher kam der Entschluss, es einfach auszuprobieren – Nicht lange reden, sondern machen!
Anfang Februar begann dann das YouTube Projekt. Ein Praktikant hat 60 Animationen eingestellt, diese wurden mit Schlagwörtern (Tags) versehen und die Beschreibungen aus den Online-Studiengängen wurden kopiert. Wir hatten dabei keine große Erwartungshaltung und hofften auf 1.000 Klicks im Monat, umso erfreuter waren wir, als wir die ersten Analysen sahen und wir 150 Klicks am Tag hatten. Im Herbst konnten wir dann noch einmal 80 Animationen einstellen und die Zugriffszahlen sind dann richtig gestiegen und inzwischen haben wir täglich 1200 Aufrufe und das sind inzwischen in Summe über eine Viertelmillion Videoabrufe.
Wir wissen dabei nicht wer genau diese Videos abruft. Einzelne Kommentare zeigen, dass es viele Studierende anderer Hochschulen sind, die z.B. Spritzgießen, Marktgleichgewicht oder Telnet googeln um sich für Prüfungen vorbereiten. Die Zeiten, wo Inhalte nur für die eigenen Studierenden bzw. für die eigene Hochschule sind, haben sich dank YouTube und iTunes University geändert. Der Student ruft die Inhalte aktiv ab. Wir sprechen hier von Pull-Informationen, da sie zeit- und ortsunabhängig sind, im Gegensatz zum Push-Frontal-Unterricht in den Vorlesungen. Jeder YouTube-Nutzer ruft nur Videos ab, die er will und braucht, denn er filtert die Informationen für sich selbst. Das ist sehr viel effizienter als die normale Vorlesung im Hörsaal und dank mobilem Internet kann er sehr viel flexibler lernen. Inzwischen sind 3% aller Abrufe von mobilen Geräten. Das ist noch nicht viel, aber vor einem Jahr waren es weniger als 1% und die 1200 täglichen Aufrufe entsprechen etwa 34 Stunden Vorlesung. Das läßt sich natürlich nicht direkt vergleichen, aber man kann behaupten, dass nur Interessierte sich die Videos anschauen.
Stellt man Lehrinhalte frei ins Netz, spricht man von Open Educational Ressources (OER). All unsere Videos stehen unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA, was bedeutet die Videos dürfen für nicht kommerzielle Zwecke verändert werden und unser Name muss genannt werden und eine Weitergabe darf nur unter diesen Bedingungen erfolgen. Am Anfang haben wir uns selbst gefragt, welchen Vorteil wir davon haben. Doch das war die falsche Frage, denn eigentlich müsste man fragen: „Welchen Nachteil haben wir davon?“. Die Frage war wesentlich einfacher zu beantworten, denn es gab keinen. Die Videos waren vorhanden und die Rechte liegen bei uns und dank der Praktikanten, hatten wir auch keine Kosten und die Praktikanten sogar eine sinnvolle Aufgabe. Inzwischen haben wir aber Vorteile erkannt, denn dank YouTube hat sich unser Bekanntheitsgrad erheblich gesteigert. Der Traffic auf unserer Webseite ist merklich gestiegen und wir kriegen Anfragen von anderen Schulen und Hochschulen über die Inhalte und vielleicht entstehen auch irgendwann neue Projekte oder Kooperationen. Dazu kommt natürlich noch die ganze Erfahrung, die wir dort sammeln, was man nicht unterschätzen sollte. Die neuen Web 2.0 Portale, wie YouTube, Facebook und iTunes haben eigene Spieleregeln und ganz andere Ansätze wie die Offline-Welt.
Aber am meisten sind wir darauf Stolz, dass unsere Arbeit benutzt wird. Das hört sich vielleicht etwas idealistisch und naiv an, aber eine Hochschule ist ein Ort, wo Wissen vermittelt wird, ein Ort der Forschung und Lehre. Auch wenn die YouTube Nutzer keine eingeschriebenen Studierende sind, so wollen sie etwas lernen und warum sollten wir dies nicht fördern? Niemand sucht einfach aus Spaß und Langeweile nach Fertigungstechnik-Videos. Es ist jedoch toll zu sehen, dass inzwischen über 25.000 Menschen dies Video bei uns gesehen haben und vielleicht wird der eine oder andere Dozent jetzt auch seine Skripte, Videos oder Powerpoints online stellen, damit andere davon lernen können.







