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2 der 3 besten Informatik-Absolventen der FH Lübeck sind Online Studierende

Heute um 14:00 Uhr werden die Absolventen der Fachhochschule Lübeck in der Petri Kirche feierlich verabschiedet. Über 250 junge Ingenieure/innen haben in diesem Semester erfolgreich ihr Studium beendet und starten in das Berufsleben. Die drei Besten Absolventen der Informtikstudiengänge werden mit dem FERCHAU Preis ausgezeichnet. Zwei der drei Preisträger kommen aus dem Online Studiengang Medieninformatik, was man näher betrachten kann.

Dies könnte nur ein Zufall sein und dieser Jahrgang der Medieninformatik hat zwei überragende Absolventen. Es  zeigt  definitiv, dass das Online Studium in der Fachkompetenz nicht schlechter ist, als die Präsenzlehre. Dies wurde am Anfang unseres Projektes oft behauptet, jedoch sprechen die Zahlen dagegen.

Die eigentlich interessante Frage ist jedoch, ob dies jetzt eine Ausnahme ist oder ein Regelfall sein wird. Ich weiss aus meiner eigenen Lehrerfahrung, dass Online Studierende besser abschneiden, als Präsenzstudierende. Ich habe 8 Klausuren von mir und Kollegen vorliegen, wo die Durchschnittsnote 7mal besser und einmal gleich gut war, wenn man Präsenz und Online vergleicht. Hier wurde immer die gleiche Klausur geschrieben und der gleiche Dozent hat mit dem gleichen Material unterrichtet. Meine Erklärung war dabei immer, dass Online Studierende einen anderen sozialen Hintergrund haben. Sie sind meist älter, haben Berufserfahrung und vor allem müssen sie für ihre Kurse bezahlen.

Trotzdem wäre eine provokante These, was passieren würde, wenn das E-Learning wirklich die Lehre fundamental ändern würde. Was würde passieren, wenn der Frontal-Unterricht ganz wegfällt und durch hochwertige Online Videos ersetzt wird, wenn Dozenten dann Zeit hätten für kleinere Arbeitsgruppen und Fragen per Webcam beantworten würden? Leidet dann die Qualität der Ausbildung? Unsere ersten Ergebnisse widerlegen dies.

Der bisherige Ansatz des Blended Learning, einfach nur PDF Dokumente in einen Lernraum zu stellen und E-Mails zu beantworten, wird die Lehre nicht verändern und vor allem nicht verbessern. Wenn man die heutigen Möglichkeiten sieht mittels DSL, UMTS, iPhone und WLAN die Lehrinhalte onDemand dem Lerner überall zur Verfügung zu stellen, weiss ich nicht, warum es noch Klassenräume geben muss? Was eine sehr provokante Frage ist.  Die Zukunft hat schon längst begonnen, denn das Ebook steht vor der Tür und ich schaue mir lieber Vorlesungen vom Hasso-Plattner-Institut auf iTunes an, als selbst eine Vorlesung zu besuchen (was in meinem Alter auch nicht mehr angebracht ist).  Aber Vorlesungen von Experten sind hochwertiger, es gibt ja gute Gründe, warum wir selbst 1-3 mal jährlich auf Kongresse fahren um uns weiterzubilden. Natürlich kann man Präsenzschulen nicht ganz abschaffen und für viele Abiturienten bietet ein Campusleben ganz andere soziale Vorteile, dennoch sind die meisten Strukturen bei uns Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte alt und müssen in Frage gestellt werden.

Update:

Da ich den Presseartikel missinterpretiert habe und ich keine genauen Infos zum FERCHAU Preis hatte, hier eine Richtigstellung. Der FERCHAU-Preis gibt es nur für die Absolventen der beiden Informatikstudiengänge KIM und Medieninformatik, was die Aussage natürlich sehr relativiert. Also nicht zwei der drei Gesamtbesten der FH Lübeck sind Online-Studierende, sondern „nur“ aus den Informtikstudiengängen.  Danke für die neuen Infos und Entschuldigung für die falsche Überschrift und die falsche Aussage.

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