Wartungswoche vorbei – ein Rückblick
Letzte Woche war unsere große Wartungswoche an den Systemen. Wir haben zweimal im Jahr die Möglichkeit eine Wartungswoche zu machen. Der beste Augenblick dafür sind natürlich die Semesterferien, jedoch ist die Zeitspanne im Februar inzwischen so klein geworden, dass wir dort kaum noch Zeit kriegen ohne irgendjemanden zu beeinträchtigen. Im August sieht dies anders aus, daher versuchen wir dort mehr Arbeiten einzuplanen, was auch diesmal geklappt hat. Hier eine Zusammenfassung der Arbeiten:
- Wir haben die VMware auf Version 4 aktualisiert. Das allein hat schon über 80 Arbeitsstunden gedauert. Die VMware umfasst bei uns 5 Hardware Server und auf den Servern laufen über 70 virtuelle Maschinen, u.a. Moodle, Connect, Portal, der Webauftritt und interne Datenbanken. Die Anzahl hört sich zuerst viel an, aber 70 Maschinen kommen schnell zusammen. So hat das Produktiv-Moodle-System schon alleine 3 Hauptsysteme (Moodle, MySQL, Content-Repository), die dann noch einmal mehrere einzelne Cluster seien können. Jedes System brauchen wir 2-3 mal, für Produktiv, Staging und Entwicklung und da sind dann schnell 70 Maschinen zusammen.
- Wir haben die interne Verkabelung der Switches zwischen den Serverstandorten der VMware-Maschinen neu konfiguriert, so dass jetzt auch alle Switches redundant sind. Jetzt könnte auch ein Switch ohne Probleme ausfallen (was aber bisher noch nicht vorkam und auch nicht vorkommen soll).
- Moodle wurd auf Version 1.99 aktualisiert. Das hatte reine Stabilitäts- und Sicherheitsgründe. Im Herbst erscheint Moodle 2.0, aber wir werden definitiv das erste ServicePack abwarten bis wir aktualisieren. Ich gehe da von August 2011 aus, denn vorher wäre es nur im Februar möglich und da ist die Zeitspanne wahrscheinlich zu kurz und Moodle 2.0 noch nicht stabil genug. Unsere bewährte Strategie ist wie immer „Stabilität geht vor Features„.
- In vielen Modulen, die mit dem lübecker oncampus-factory Prozess produziert wurden, kann man jetzt die Feedbacks aktiv im Kurs sehen. Das ist für die Studierende die größe Änderung.

Wer sich also immer gefragt hat, wo die Noten am Ende eines Learning Objects gelandet sind, der weiss es jetzt. Die Noten und die Kommentare werden übrigens anonymisert (wenn kein Name angegeben wird) von allen Standorten gesammelt und dort dargestellt. Die Note soll sich daher auf den Content beziehen und nicht auf den Dozenten bzw. auf die Vorlesung. Mir ist das immer klar gewesen, aber nach Durchsicht vieler Kommentare gehe ich davon aus, dass es dem Studierenden nicht klar ist. Wir hoffen durch die zusätzliche Transparenz der Noten im Moodle-System die Akzeptanz dieser Bewertung zu fördern. Mal schaun, ob dies gelingt.
Die anderen Arbeiten an den Systemen hab ich zum größten Teil hier schon beschrieben (Adobe Connect Update, Internet BackUp-Leitung, etc.). Obwohl wir eine Woche straight an den Systemen gearbeitet haben, waren die Ausfallzeiten extrem kurz. Ich denke Moodle war insgesamt 15 Minuten down und das nicht einmal an einem Stück, bei Connect und dem Portal hatten wir gar keine Ausfallzeiten. Rückblickend war die Wartungswoche zwar anstrengend und zeitintensiv, aber es gab erstaunlich wenig Probleme. Alles war gut vorbereitet, man merkt inzwischen die jahrelange Erfahrung in den Teams und das alle großen Probleme irgendwie schon einmal gelöst wurden.
iPad – erste Eindrücke
Heute war ein großer Tag, wir haben das iPad bekommen und uns natürlich sofort darauf gestürzt und getestet. Ich will jetzt einmal ganz kurz und schnell vor dem Wochenende meine ersten subjektiven Eindrücke runterschreiben und was die Kollegen gesagt haben.
Zuerst einmal vorneweg, wir sind eine reine Windows-Organisation und kein Mitarbeiter ist Apple Fan. Wir wollen alle arbeiten und das ohne Probleme und Hindernisse und wir sind auch alle sehr offen gegenüber Open Source, offenen Schnittstellen und wir versuchen immer alle Plattformen zu unterstützen, was aber natürlich nicht immer klappen kann. Unsere Lernmodule laufen dank Flash und XHTML auf allen Plattformen, dennoch sprechen wir offiziell nur von Windows-Unterstützung. Das müssen wir schon alleine wegen der Ressourcen machen, da wir uns hier nicht noch 4 PCs mit Apple, Linux, Android und Opera, Firefox, Safari hinstellen können.
Erster Eindruck
Das iPad sieht wirklich schick aus. Das Display ist sehr gut und zeigt HD-Movies kristallklar. Der einzige Anschluss ist das Docking-Kabel und dann gibt es noch Tasten für die Lautstärke und zum locken des Displays. Das Display spiegelt jedoch sehr stark und kann bestimmt nicht bei Sonne abgelesen werden. Meine ersten Freifeldversuche waren bei bedecktem Himmel und da war alles gut zu erkennen, jedoch bei Sonne ging gar nix. Ich bezweifel sehr stark, dass ich im Freibad eBooks lesen kann oder vernünftig surfen. Das Gewicht ist auch größer als vermutet. Ich hatte schon nach 10 Minuten erste Probleme mit meinem Handgelenk und zum lesen oder Filme betrachten fehlt ein eingebauter Ständer (das 1und1-Pad hat so nen Ständer, bei Apple gibt es den bestimmt zum nachkaufen). Man hat auch immer das Gefühl das iPad rutscht aus der Hand, da die Rückseite sehr glatt ist. Einen sehr positiven Eindruck hat die Tastatur hinterlassen, die wirklich groß und treffsicher ist. Allerdings ist dann der Bildschirm zu klein um größere Texte schreiben zu können. Der eingebaute Lautsprecher ist auch sehr gut und macht auch bei größerer Lautstärke einen guten Eindruck. Richtig laut ist er allerdings nicht, dafür gibt es dann wohl Extra-Boxen über die Docking-Station.
Die Software
Es ist halt Apple und das ist für nen Windows-User zuerst einmal fremd. Der Anschluss ans WLAN der FH Lübeck ist genial einfach und natürlich konnte man sofort loslegen. Safari starten und ab ins Internet war in 2 Minuten erledigt und die ersten Webseiten kamen gestochen scharf rüber. Was aber sofort gestört hat, ist das fehlende Multitasking. Mehrere Webseiten kann man zwar öffnen, aber iTunes und iPod nebeneinander geht nicht. Zwischen einzelnen Anwendungen wechseln geht gar nicht. Das hat jeden Mitarbeiter gestört und teilweise zur Verzweiflung gebracht. Das nächste Problem war dann Flash. Zwar kann man YouTube Videos dank dem passenden App anschauen (auch in Webseiten) aber die ARD/ZDF-Mediathek geht gar nicht und natürlich unsere Lernmodule auch nicht. Der Hinweis in Safari, man solle doch das Flash-Plugin installieren, ist natürlich ein Witz, wenn man die Hintergrundstory zu dem Adobe-Apple-Streit kennt. Andere Video-Webseiten gehen auch nicht, z.B. ClipFish (Flash-Plugin) und MyVideo (gar keine Fehlerangabe) dagegen hat Vimeo funktioniert. Benutzt Vimeo HTML5? Ich war erstaunt.
Was natürlich uns „Arbeiter“ interessiert, ging irgendwie alles nicht so einfach. PDF-Files kann man öffnen, aber nicht speichern (dafür gibt es bestimmt ne App). Bei Word und Powerpoint sieht es ähnlich aus, aber wer editiert Office-Dokumente auf dem iPad? Wikis zu editieren war wegen der großen Tastatur auch nicht so einfach. Videos, Bilder und Musik hingegen funktioniert sofort, wenn man denn iTunes mag.
Kleines Fazit
Ich will jetzt nicht über die Philosophie von Apple lästern, denn darum geht es beim iPad nicht. Entweder man findet die Usability gut, oder man ignoriert Apple. Allerdings haben wirklich alle Mitarbeiter gesagt, dass sie kein Verständnis haben für den fehlenden USB-Anschluss, bzw. dem fehlenden SD-Card Slot. Wie soll man Daten auf das iPad ohne iTunes transportieren? Dafür ist natürlich iTunes entwickelt worden, jedoch hat jeder Mitarbeiter Angst davor, dass Apple weiss, welche Mediendateien man besitzt. Wieso wird eigentlich täglich über Googles StreetView diskutiert, wenn der richtige Datensammler Apple heisst? Es ist auch nicht hinnehmbar, dass man nur mit einer Kreditkarte den iTunes-Store benutzen kann. Ich weiss das einen Weg gibt, auch ohne Karte „einzukaufen“, doch dieser Workaround ist sehr gut versteckt und eigentlich keine Lösung (Apple Fans werden jetzt widersprechen, dafür ist das Kommentarfeld unten da
). Das eine Webcam fehlt, muss auch noch erwähnt werden, aber auch das iPhone hat drei Versionen für die MMS und den Kompass gebraucht. Apple braucht auch gute Verkaufsargumente für die zweite Generation, das wäre einer.
Allgemeine Meinung
Alle waren neugierig und kurz danach enttäuscht! So könnte man schnell alle Meinungen zusammenfassen. Von „nette Spielerei“, „unnützlich“ bis zu „Datensammler“ und „ohne USB und SD-Card unbrauchbar“ waren alle negativen Meinungen vertreten. Wirklich positiv hat bisher keiner vom iPad gesprochen. Teilweise waren die Meinungen nach 3 Minuten vernichtend. 500 Euro für ein Gerät, was weder Flash unterstützt noch USB und Webcam hat, ist schon eine Hausnummer. Ich habe jedoch eine etwas andere Meinung, denn ich denke, das Pad wird seine Vorteile eher im Alltagsgebrauch ausspielen. Es wird TV Zeitschrift, Laptop, Küchenuhr und Kochbuch ersetzen. Ob es zum lesen und lernen taugt, muss ich jetzt schon bezweifeln. Dafür ist das Gerät imho zu schwer und das Display zu spiegelnd. Wie es sich im Alltagstest bewährt, werde ich wohl in 2-3 Wochen berichten können. Für mich persönlich, hat sich meine Meinung über Apple jedoch bekräftigt. Ich halte gar nichts von der Usability und der Geschäftspolitik, muss aber bewundersnwert eingestehen, dass das Gerschäftsmodell von Apple fantastisch ist. Das ist die perfekte Gelddruckmaschine und selbst ich kauf Apps. Daher freue ich mich jetzt schon auf das WePad, was Flash und SD Card und USB hat.
Fortsetzung folgt…
Wir sind Facebook
Wir haben es geschafft und oncampus hat jetzt eine Facebook Gruppe. Natürlich haben wir den genialen „I like“ – Button auf unsere Homepage gesetzt und jeder oncampus Fan, kann sich dort outen. Facebook ist das mit Abstand beliebteste Socialnetwork und hat inzwischen mehr als 500 Mio. Nutzer und jede Organisation versucht inzwischen dort präsent zu sein, mehr oder weniger erfolgreich. Wir werden dort Informationen einstellen, die auch auf unsere Webseite, dem Newsletter, im Blog oder auf YouTube zu finden sind.
Womit wir auch gleich bei den Problemen sind, denn Facebook ist gar nicht so easy und usable, wie ich immer gedacht habe. Bisher war ich von Facebook immer begeistert, denn alles ging einfach und schnell; Pinnwand Einträge, Videos verlinken, Bilder hochladen etc. Selbst die Einbindung von meinem Picasa Album, war wirklich einfach und schnell und hat mir eine Menge Arbeit erspart. Doch das Profil einer Organisation sieht nicht nur anders aus, auch die Interfaces zu den Diensten sind schwer zu konfigurieren bzw. funktionieren gar nicht.
Was mir als erstes aufgefallen ist, dass es bei einem Firmenprofil kein richtiges Profil gibt. Das bedeutet man darf sich kein Profil anlegen, mit Namen und Vornamen und Bild. Will man jedoch eine sprechende URL haben, z.B. www.facebook.de/oncampus dann geht dies (meines Wissens nach) nur über ein Profil. Allerdings kann man in einem Organsisationsprofil, ein ganz normales privates Profil anlegen und ohne Vorwarnung, wird das Organisationsprofil in ein privates Profil umgewandelt. Nun sieht man alle Dialoge nicht mehr und der Homebutton geht auf eine andere Startseite etc. Zuerst dachten wir, wir hätten das Pofil gelöscht, war aber nicht so. Es war jetzt nur in einem Untermenü versteckt und den Unterschied zwischen Organisationsprofil und privatem Profil hab ich bisher auch nicht verstanden.
Auch das einbinden des YouTube-Channels war nicht trivial. Bei YouTube gibt es einen Menüpunkt, wo man sein Facebook-Profil einbinden kann. Nach dem aktivieren hatte ich nun ein Synchronisationstatus, der nicht aufgehört hat zu „pendeln“. Zwei Tage später hatte ich dann ein YouTube-App bei Facebook gefunden. Die Facebook-App-Seite läßt sich übrigens nicht aus dem Firmenprofil aufrufen. Dort konnte ich mein YouTube-Account aktivieren. Erst als ich dies also auch auf der Facebook-Seite gemacht habe, hat sich der Status synchronisiert. Allerdings sehe ich meine YouTube Videos nicht bei Facebook und auch Bewertungen und Kommentare der Videos erscheinen nicht bei Facebook. Was mit neuen Videos ist, weiss ich noch nicht. Mein bisheriger Eindruck der Schnittstelle ist jedoch eher abschreckend.
Beim Einbinden des Blogs sah es genauso aus. Hier gab es eine WordPress-App bei Facebook, die ich auch nur schwer gefunden habe. Nach dem aktivieren ist zwar ein Facebook-Menü erschienen, aber die Funktionalität habe ich nicht erkannt. Was nun mit den Blogbeiträgen passiert ist mir ein Rätsel.
Zusammengefasst muss ich sagen, dass das Zusammenspiel der tollen Web 2.0 Dienste, wie Facebook, WordPress und YouTube immer lobend erwähnt werden, jedoch der Teufel im Detail steckt. Die Wirklichkeit schaut doch anders aus und bei meinen ganzen Versuchen hab ich eigentlich immer mehr Probleme gefunden, als Lösungen. So hat Facebook eigentlich keine guten Supportseiten und Sicherheitshinweise vor Fehlbedienungen, wie bei Windows üblich, gibt es bei Facebook gar nicht. Dabei habe ich vorher immer gelesen, dass gerade die Schnittstellen bei Facebook so vorbildlich sein sollen. Das kann ich jetzt weder bestätigen noch verneinen, jedoch sind die Anpassungen für WordPress und YouTube mangelhaft.
Auf einmal war das Internet weg und keiner hat es gemerkt
Seit knapp einem Monat haben wir eine redundante Internetanbindung. Wir haben jetzt gemeinsam mit der Uniklinik Lübeck und mit der Universität Lübeck einen Internetanschluss, was allein schon erwähnenswert ist. Dass Hochschulen und Klinik zusammenarbeiten wäre vor 10 Jahren sicherlich nicht möglich gewesen (OK vor 10 Jahren gab es auch keinen so großen Bedarf für das Internet.). Gemeinsam sind wir stärker gilt dann auch hier, denn bei dem neuen Internetanschluss wurde auch gleich eine zweite Leitung angeschlossen die separat liegt. Das bedeutet wir haben jetzt zwei völlig unterschiedliche Anschlüsse an zwei Standorten, die dann auch physikalisch unterschiedlich geroutet werden. Der Vorteil liegt klar auf der Hand, denn wenn jetzt irgendwo ein Blitz einschlägt (das hatten wir schon dreimal) oder Bauarbeiter schneiden unser Kabel durch (das hatten wir einmal) oder der Strom fällt aus (das hatten wir so oft, dass ich es nicht mehr weiß, doch hier brauchen wir noch zusätzlich eine USV), dann bleibt die Internetanbindung bestehen.
Dass dies alles notwendig ist, sieht man nicht nur an meinen Beispielen. 10 Tage nach der Installation hatten wir nämlich schon den ersten Netzausfall, aber diesmal hat es keiner bemerkt, denn die zweite Anbindung hat funktioniert. Das ist eine der kleinen Geschichten, wo die Technik im Hintergrund großartig gearbeitet hat und keiner weiß es, daher schreibe ich das einmal hier rein.
Zusätzlich zu der neuen Anbindung haben wir auch einen neuen technischen Ansprechpartner, kürzere Reaktionszeiten und besseren Support bekommen. Das alles hat wie immer sehr viel länger gedauert, da ja vier Parteien involviert waren, aber es ist ein sehr gutes Ergebnis rausgekommen. Ich bin aber gespannt, wann beide Leitungen ausfallen werden. Inzwischen ist bei uns alles einmal passiert, daher rechne ich auch damit…leider.
3.Norddeutscher Moodle Stammtisch
Nach langer Zeit ist es wieder soweit und der 3.Norddeutsche Moodle Stammtisch soll diesmal in Lübeck stattfinden. Eingeladen sind alle Moodle-Interessierten, egal ob Schüler, Studi, Lehrer oder Dozent, aber auch Entwickler, Admins oder einfach Neugierige, die gar nicht wissen, was Moodle ist
Der Ort steht, das Datum und die Location noch nicht. Eine Abstimmung für den besten Termin gibt es unter http://www.doodle.com/tx3qzaf7n4zaqr8d die Location wird beim Hauptbahnhof/ZOB sein.
Alles weitere dann später hier oder noch besser im MoodleThread unter http://moodlemoot.moodle.de/mod/forum/discuss.php?d=522#p1996
Ich bitte um viele Teilnehmer und sagt den Termin bitte weiter
E-Lectures Erfahrungsbericht bei e-teaching.org
Seit dem Einsatz von Adobe Connect und der stark wachsenden Verbreitung von Smartphones (Android, iPhone, etc.) liegt es auf der Hand, auch über den Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen sogenannten E-Lectures nachzudenken. Ich habe mich in letzter Zeit sehr viel mit dem Thema auseinandergesetzt und mir viele Lösungen angeschaut, z.B. Camtasia, Lecturnity oder Lecture2go. Der erste Ansatz war es, einfach eine 90 Minuten Vorlesung aufzuzeichnen und den Studierenden zur Verfügung zu stellen. Das geht heutzutage relativ schnell und dank iTunes U kann man auch das berühmte iPhone so „befüllen“. Ob allerdings Studierende solche Vorlesungen auch anschauen wollen, kann man diskutieren. Ich denke man kann dies ganz klar mit JA beantworten, aber das soll jetzt nicht das Thema sein.
Wie man seine Vorlesungen mit E-Lectures ersetzen, anreichern und auch ergänzen kann, wird gerade als Schwerpunkt bei e-teaching.org behandelt. In einer sehr guten Online Vorstellung (übrigens mit Adobe Connect) haben Michael Kerres, Gabi Reimann und Karten Morisse ihre Einsatzszenarien vorgestellt. Die Aufzeichnung ist inzwischen online und ab Minute 31:30 erzählt Prof. Morisse von der FH Osnabrück ein wirklich interessantes Szenario, was ich eigentlich auch als Idealvorstellung habe. Vorlesungen werden hier ersatzlos gestrichen und durch eine Fragestunde (Coaching) ersetzt, d.h. die Studierenden kommen zum diskutieren und fragen in den Hörsaal. Die Inhalte liegen elektronisch aufbereitet im Netz, u.a. als Podcasts bei iTunes. Teilweise sind es Videos aber auch Audiobeiträge, und auch kleine Kurzfilme, die von den Studierenden selbst erstellt wurden, sind online abrufbar. Der Rest ist in Skripten und Wikis vorhanden.
Ich finde dies ist ein sehr guter Ansatz für eine neue Form des Lehrens. Vorlesungen wo immer das gleiche erzählt wird und wo oft auch ein Fachbuch ausreichend ist, können auch zuhause erarbeitet werden. Der Dozent kann sich auf Schwerpunkte konzentrieren und mit den Studierenden direkt arbeiten. das hat viele Vorteile auf beiden Seiten. Ich frage mich dabei nur, ob dieser Ansatz nur in der Medieninformatik so gut funktioniert? Sicherlich sind auch nicht alle Studierenden davon begeistert, sich zuhause Videos anzuschaun. Ich merke inzwischen immer öfter, dass auch viele Studierende nicht bereit sind neue Techniken zu akzeptieren und sie lieber einen richtigen Menschen vor sich haben. Dieser wird zwar nicht gefragt und meistens wird im Unterricht eher gesurft oder auch geschlafen, dennoch fühlt man sich wohler, wenn man in der Vorlesung war
Galileo Bericht über Lübecker Online Student mit aussergewöhnlicher Behinderung
Am Montag gab es bei Galileo auf Pro7 einen Bericht über einen aussergewöhnlichen Online Studenten von der Fachhochschule Lübeck. Christian Arndt hat wegen eines Gendefekts keine Arme und keine Beine und trotzdem meistert er sein Studium im Online Studiengang Medieninformatik. Ein Fernsehteam hat Herrn Arndt begleitet und war auch bei uns und hat etwas über das Online Studium berichtet. Der TV Bericht ist noch 7 Tage in der Mediathek von Pro7 abrufbar und ich denke, er ist höchst interessant. Ab Minute 7:15 geht es dort um das Online-Studium, allerdings spricht Pro7 hier von der Fernuni Lübeck, was leider falsch ist. Es gibt keine Fernuni in Lübeck sondern nur die Online Studiengänge Medieninformatik und Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Lübeck. Ich hoffe nicht alle Berichte im TV haben diese Fehler, es wäre fatal.
Der Bericht zeigt nicht nur einen aussergwöhnlichen Menschen, der mit viel Ehrgeiz sein Leben erfolgreich meistert. Er zeigt auch, dass Menschen inzwischen gute Alternativen haben zu einem „gewöhnlichem“ Präsenzstudium. Das Online Studium kann für behinderte Menschen einen erfolgreicher Weg für ein gleichwertiges Studium darstellen, bzw. ohne diese Angebote hätten viele Menschen keine Möglichkeit zu studieren. Ich spreche hier nicht nur von Behinderten, sondern auch von Berufstätigen oder Alleinerziehenden, die es einfach nicht schaffen einen Präsenzstudiengang zu besuchen.
Ich bewundere Herrn Arndt für seine Motivation und seinen Ehrgeiz und wünsche ihm alles Gute für das weitere Studium und für sein Leben und hoffe seine Zukunftspläne mögen sich erfüllen.
Neue Connect Statistik – mehr Nutzer mit noch mehr Nutzung
Das Semester neigt sich dem Ende und dank unserer neuen Statistik-Schnittstelle für Adobe Connect können wir inzwischen einige interessante Aussagen zur Nutzung von Adobe Connect treffen. Wir haben Adobe Connect im Herbst 2007 evaluiert und dann im Wintersemester 08/09 in Moodle der VFH integriert. Dieses erste Semester kann man jedoch als Pilotprojekt sehen und hat statistisch keine Aussagekraft, daher werten wir erst die Zahlen ab Sommersemester 2009 aus. Das bedeutet wir können inzwischen 3 Semester vergleichen, was die Schwankungen zwischen Sommer- und Wintersemester etwas ausgleicht.
Die blauen Linien zeigen die Nutzungsstunden aller Nutzer in einem Monat und die roten Linien die Anzahl der „Unique Users“ pro Monat. Die gestrichelten Linien stellen den linearen Trendwert dar und das schöne dabei ist, dieser steigt stetig an.
Die Nutzung steigt schneller als die Nutzerzahl. Diese Aussage ist sehr erfreulich. Vermutlich haben viele Nutzer Probleme oder Scheu vor der Erstbenutzung, haben sie das System jedoch einmal kennen- und schätzengelernt, dann wird es auch öfters eingesetzt.
Wir wissen aus Erfahrung, dass es bei der ersten Benutzung von Adobe Connect viele Probleme geben kann. Viele Nutzer haben noch nie ein Headset oder eine Webcam an ihren PC angeschlossen bzw. aktiv benutzt. Laptops bzw. Netbooks mit eingebauten Webcams sind noch nicht so stark verbreitet. Doch dies ändert sich inzwischen, und viele Anwender nutzen inzwischen Skype, Teamspeak oder ähnliche Tools um auch privat synchron kommunizieren zu können. Im Supportwiki von oncampus sind auch viele Tipps zu Adobe Connect, was jedoch kaum einer liest
Da die Nutzung des Systems erfreulich ansteigt (wir haben mit 10%-15% gerechnet, es sind jedoch 25%-40%), kann man definitiv von einem Erfolg sprechen. Es gibt einen Bedarf für Audio- und Videokonferenzen und wir haben rechtzeitig dieses neue System angeschafft und integriert. Wir werden gespannt die weitere Entwicklung beobachten und nach dem geglückten Update, sind auch etliche technische Probleme behoben worden.






