Online by Nature

Verfügbarkeit der E-Learning Systeme

Hinterlasse einen Kommentar »

Da es am Wochenende leider zu kleineren Ausfallzeiten unseres Lernraums gab, hier ein Überblick über die Verfügbarkeit unsere Systeme seit dem Jahr 2004.

oncampus Availability

Zwei Aussagen sind dabei sehr interessant:

  • die Verfügbarkeit irgendein Systems war nie unter 99,2%
  • das kommerzielle Blackboard System war geringfügig unzuverlässiger als das Open Source System Moodle

Dabei muss zu unsere Entschuldigung gesagt werden, dass viele Ausfälle nicht von uns beeinflusst werden können. Im letzten Halbjahr kam es z.B. zu mehreren Stromausfällen im gesamten Stadtteil, da nutzen auch USV nichts oder das Jahr davor ist in Hamburg ein Knotenpunkt von unserem Provider ausgefallen und ganz am Anfang (vor Einführung dieser Statistik) wurde bei Bauarbeiten unsere Glaskabel mit einem Bagger durchtrennt. Inzwischen haben wir aber zwei Glasfaser, wir haben bald einen zweiten Internetprovider und auch eine neue USV kommt demnächst. Diese Dienste liegen aber nicht in unserer Zuständigkeit, daher sind wir da auf die Mithilfe vom Rechenzentrum angewiesen. Trotzdem werden wir weiterhin Updates und Security Patches einspielen oder andere Systemarbeiten durchführen müssen und es kommen bestimmt neue Probleme, die wir alle noch nicht sehen.

Written by onlinebynature

Juli 7, 2009 um 9:26

Veröffentlicht in Lernräume, Moodle, e-Learning, oncampus

Tagged with , ,

Moodle Ausfälle am Wochenende – Danke an Support

Hinterlasse einen Kommentar »

Wir hatten am Wochenende ein paar Probleme mit unserem Moodle System. Die wöchentlichen Kurs Back-Ups haben das System überlastet und Moodle kam kurzzeitig dreimal aus dem Tritt und meldete einen Gateway Fehler. Die Kurs Back-Ups sind notwendig, damit Kursinhalte, Kursstrukturen, die nicht von uns zentral am Anfang des Semsters eingestellt werden, sondern dynamisch im Laufe des Semsters erstellt werden, auch gesichert und zurückgespielt werden können. Es ist im Moodle gar nicht so einfach auf hochgeladenen Dateien extern über ein Back-Up-System zuzugreifen, da sie mit Metadaten in der Datenbank verknüpft sind, daher der Weg der einzelnen Kurssicherungen. Wir sichern aber auch jede Nacht das komplette System, aber das ist eine zusätzliche Desaster Recovery Strategie, kein Kurs Back-Up.

Wir hatten den Fehler relativ schnell gefunden und behoben. Wir müssen aber zum nächsten Semesterstart den Workflow überarbeiten, denn es werden ja mehr Daten und Kurse und nicht weniger. Unser Moodle System wird immer größer und stellt immer höhere Anforderungen. Ich lese ja oft in Foren, warum es so kompliziert wäre ein Moodle System aufzusetzen. Ein Lehrer kriegt das mit seinem PC in 30 Minuten hin. Ein System für eine Kurs mit 30 Schülern ohne externe Schnittstellen, BackUp-Strategien, Hochverfügbarkeit, USV, Klimaanlagen und hoher Performance ist auch schnell aufgesetzt, aber nicht nachhaltig.

Das die Fehler schnell behoben wurden, haben sogar die Anwender mitbekommen, denn heute morgen haben wir sogar zwei nette Danke Mails erhalten. Das kommt wirklich nicht häufig vor und ist Balsam auf der Admin-Seele :-) Lag vielleicht am schönen Wetter oder das gerade Prüfungszeit ist, oder einfach daran, dass wir einen guten Job machen. Ich hoffe auf das letztere.

Written by onlinebynature

Juli 6, 2009 um 10:23

Veröffentlicht in Lernräume, Moodle, oncampus

Tagged with , ,

Piratenpartei – Braucht die Digitalisierung eine eigene Stimme?

Hinterlasse einen Kommentar »

An diesem Wochenende hat die fast neue Piratenpartei (immerhin schon drei Jahre alt) in Hamburg ihren Bundesparteitag gehabt und wollen mit ihrem Parteiprogramm (Ist das schon das Offizielle? Twitterlinks sind aktueller als Webseiten, aber Parteiprogramme gehören anscheinend besser in ein Wiki als in ein PDF-Dokument) den Bundestag entern. Die Geschichte der Partei ist hier schnell erzählt und dank Sommerloch und Bundestagswahl berichten auch viele Leitmedien (Zeit, SZ, Welt und ein lesbare Artikel im SPON und wirklich gut der Tagesspiegel) über die “Nerds” der Parteienlandschaft.

Die Piraten haben im Moment gerade einmal 3000 Mitglieder (zum Vergleich CDU und SPD haben jeweils 500.000 und sogar die LINKEN haben 75.000 Mitglieder) und versuchen mit sehr viel Engagement eine Zulassung zur Bundestagswahl zu bekommen. Warum also diese mediale Aufmerksamkeit? Sind die Piraten eine kleine Untergrundpartei für irgendwelche Computerfreaks. die keiner Ernst nehmen muss oder ist es der Anfang, der Beginn von was Neuem (”Change”)? Ich denke hoffe eher das Zweite, denn es gibt viele Anzeichen, dass die Themen der Piraten bei den ehemaligen Volksparteien (bei teilweise nur noch 20% Wählerstimmen und einer Wahlbeteiligung von 40% ist Der Begriff Volkspartei wohl eher falsch) noch nicht vertreten sind, bzw. falsch vertreten sind. Vieles rund ums Internet und der Digitalisierung werden von den Parteien anders interpretiert, als es die Internetuser anscheinend wollen. So gibt es stark unterschiedliche Meinungen zur Vorratsdatenspeicherung, dem Urheberrecht, Zugangsblockaden, Softwarepatenten oder der Breitbandversorgung. Der Antrag für eine Änderung der Zugangsblockaden haben mehr als 130.000 Deutsche unterzeichnet und auch die 9.000 Follower auf Twitter zeigen eher, dass es mehr Piraten geben könnte. Vielleicht ist es ja auch langsam Zeit, dass die Generation c64 aufsteht und ihre Themen selbst vertritt und das macht sie lieber per Wiki, Twitter oder YouTube und nicht per Brief, Talkshow oder Parteitag. Das der Durchschnitts-CDU Wähler mit seinen 64 Jahren dies nicht nachvollziehen kann, ist nicht verwunderlich, aber er sollte imho die Piraten nicht unterschätzen. Denn im Gegensatz zu den Linken und den Grünen, hat er keine politische Richtung, sondern es geht mehr um die korrekte Einführung einer Basistechnologie mit all ihren gesellschaftlichem Wandel und den dazugehörigen Problemen und das der Parteivorsitzende Jens Seipenbusch weiss wovon er spricht, kann man beim elektrischen Reporter nachschauen, aber nicht in der Tagesschau.

Ich fand es am Wochenende sehr spannend dem Twitterfeed zu folgen. Das war das erste mal, dass ich Twitter sinnvoll benutzt habe. Die Piraten haben eine sehr hohe Medienkompetenz und benutzen natürlich alle neuen Techniken um ihre Botschaft unter das Internet-Volk zu bringen. Ich bin auch gespannt auf den ersten Auftritt bei Illner, Will und Co und ob die Piraten überhaupt zur Bundestagswahl zugelassen werden. Ich will jetzt keine Verschwörungstheorie starten, aber neue Bilder von einem Auto auf dem Mond sind bisher auch nicht aufgetaucht.

Written by onlinebynature

Juli 6, 2009 um 1:29

Java-Developer gesucht (Praktikant/Diplomarbeit)

Hinterlasse einen Kommentar »

Du kannst Java?

Du willst XML lernen?

Du findest Open Source cool?

Du willst gerne an einem internationalen Projekt arbeiten?

Dein Studium neigt sich dem Ende aber Du hast noch kein spannendes Thema für ne gute Bachelor Arbeit?

Dann könnten wir Dir ne Lösung bieten…

denn oncampus die E-Learning Tochter der Fachhochschule Lübeck bietet eine Praktikumstelle mit Möglichkeit einer anschliessenden Bachelorarbeit an

Thema: OpenOffice-Plugin auf Basis von Java

Zur Erweiterung des E-Learning Content Tools eLML der Züricher Universität soll eine alternative Arbeitsoberfläche (GUI) entwickelt werden. Es soll ein OpenOffice-Plugin (weiter)entwickelt werden, das dazu dienen soll die Applikation OpenOffice Writer als Editor für die eLesson Markuplanguage eML (www.elml.ch) zu nutzen.

Es kann auf einem bereits bestehen Plugin aufgebaut werden. Dieses kann überarbeitet und erweitert werden oder als Grundlage für ein neues Plugin dienen. Das Projekt wird gemeinsam mit der Universität Zürich durchgeführt, die schon Vorarbeiten geleistet hat.

Das Plugin besteht aus kleinen Java-Programmen die auf die OpenOffice API aufsetzen. Im OpenOffice Writer werden Popupfenster geöffnet in die Attribute eingetragen werden und die dann Formatvorlagen in das OpenOffice Dokument einfügen. Parallel dazu werden diese Abschnitte mittels einer XSL-Datei aus dem Open Document-Format in eLML-XML überführt.

Vorraussetzungen:

gute Java-Kenntnisse

weiterhin von Vorteil:

Kenntnisse über das Open Document Format

Kenntnisse der OpenOffice API

Kenntnisse in XML und XSL

Bezahlung/Beginn:

Verhandelbar & sofort

weitere Informationen:

zu eLML allgemein: http://www.elml.ch

zum bestehenden OpenOffice-Plugin: http://www.elml.ch/website/en/html/tools_ooffice_plugin.html#tools_ooffice_plugin.html

zur OpenOffice API: http://api.openoffice.org/docs/java/ref/overview-summary.html

Kontakt

Dipl.-Ing.(FH) Andreas Wittke

wittke@fh-luebeck.de

Written by onlinebynature

Juni 30, 2009 um 4:19

Veröffentlicht in Allgemein, oncampus

Adobe Connect Service Pack 3 ist da aber nicht hier

Hinterlasse einen Kommentar »

Seit Wochen haben wir mehrere Probleme und Bugs mit unserem Adobe Connect System, u.a. haben wir Tonaussetzer bei den Aufzeichnungen oder der Ton ist “verrutscht” oder nur unverständlich mit einem Roboter-Echo-Effekt zu hören. Öfters werden Chatlogs und Whiteboards nicht korrekt aufgezeichnet und manchmal können Studierende nur den Dozenten aber keine anderen Studierenden hören bzw. man kann nur Studierende hören, aber keinen Dozenten. All diese Probleme lassen sich leider nicht reproduzieren, daher ist die Fehlersuche sehr schwer.

In der letzten Woche ist nun das ServicePack 3 für Adobe Connect erschienen. In den Release Notes stehen alle Fehlerbeschreibungen und ein paar treffen auch auf uns zu. Wir haben das Service Pack jetzt auf der Testmaschine installiert, aber da wir die Fehler leider nicht reproduzieren können, wissen wir nicht, ob unsere Probleme behoben sind. Besonders kritisch beim einspielen des Service Packs sind die laufenden Klausuren, die wir nur sehr ungern mit einem “kritischen” Update stören wollen, daher wird das Service Pack erst nach den Prüfungen eingespielt. Wir denken, das ist im Interesse aller. Im August gibts dann mehr Infos zum Update.

Written by onlinebynature

Juni 30, 2009 um 4:09

Veröffentlicht in oncampus, synchrone Kommunikation

Tagged with

Kleiner Adobe Connect Erfahrungsbericht

mit 2 Kommentaren

Wir haben jetzt seit zwei Semestern Adobe Connect als Webkonferenzsystem flächendeckend im Einsatz. Für die Online-Lehre ist das Tool imho sehr gut einsetzbar. Die Akzeptanz bei den Studierenden ist sehr hoch und manche Dozenten haben (wie bei allen komplexen technischen Systemen) kleiner oder größere Bedienprobleme. Dazu könnte ich jetzt Romane schreiben, aber eigentlich wollte ich “nur” kurz meine Eindrücke von meiner letzten Online-Vorlesung wiedergeben.

In diesem Semester sollten die Studierenden über verschiedene Themen Ausarbeitungen machen und diese auch Online ca. 15 Minuten präsentieren. Die Studierenden sind angehende Medieninformatiker und studieren online, daher besitzen sie eine sehr hohe IT Komptenz, trotzdem fand ich es sehr spannend, ob sie auch in der Dozentenrolle auf Anhieb mit dem Adobe Connect System arbeiten können.

Technisch haben alle Präsentationen einwandfrei geklappt. Am Anfang war eine Person zu leise, aber das ist normal. Das Hochladen aller PPTs funktionierte auch tadellos, obwohl zwei mit Open Office erstellt worden sind. Zwei Studierende mussten mit Applicationsharing arbeiten, da sie entweder eine PPT hatten, die ungewöhnliche Schriftarten hatte (altes Powerpoint Problem) oder ein PDF File, was leider immer noch nicht von Connect unterstützt wird. Das Sharing haben beide Studierende ohne Probleme und ohne meine Mithilfe hinbekommen.

Die Präsentationen waren alle sehr gut, nur war es für alle Studierende sehr ungewöhnlich alleine zuhause mit ihrem Monitor zu reden, ohne visuellem bzw. akustischem Feedback. Wir hatten bei der Präsentation keine Videofunktion an, da sie Bandbreite und viel wichtiger, Bildschirmplatz kostet. Vielleicht war dies auch der Grund warum alle Studierende ihren Zeitplan nicht eingehalten haben, aber das ist nur eine Vermutung. Kein Student hat von einer anderen Funktion, z.B. den Umfragen  Gebrauch gemacht, per Hyperlinks im Chat gearbeitet oder Zusatzmaterial eingebunden, was auch nicht zu erwarten war.

Für mich hat diese Präsentation gezeigt, dass die heutigen Studierenden (Internetuser) viel leichter und vor allem uneingenommener mit neuen IT-Systemen arbeiten. Die Usability von Adobe Connect ist so gut, dass auch Ungeschulte damit auf Anhieb arbeiten können und die Qualität einer solchen Online Präsentation, dank Breitband, Webcam und Headset inzwischen auch alle Ansprüche erfüllt. Im Vergleich zu den Studierenden haben die Dozenten sehr große Usability- als auch Akzeptanzprobleme, obwohl wir Schulungen anbieten. Ich wünsche mir oft, dass die Studierenden von heute schon Kollegen wären, dennoch sind die Erfolge im zweiten Semester mit Adobe Connect unübersehbar. Das System wird immer mehr benutzt und wir erhalten mehr Supportanfragen zu Adobe Connect als zu Moodle (was ich vermute eher mit der steigenden Anzahl der Benutzung zu tun hat, als mit der Usability).

Was ich noch sehr positiv empfunden habe ist, dass viele Studierende neben ihrer Ausarbeitung (Subversion, Instant Messaging, Flickr vs Picasa) auch Podcasts (Flickr vs Picasa) oder Videos produziert haben. Viele haben ihre Ausarbeitungen in ihrem Kursblog veröffentlicht, was noch kein Kurs vorher gemacht hat. Mir hat der Kurs dies Semester sehr viel Freude gemacht, denn mit motivierten Studierenden zusammenzuarbeiten bringt einfach Spass.

Written by onlinebynature

Juni 29, 2009 um 10:53

Du bist Terrorist

Hinterlasse einen Kommentar »

Nachdem unsere Vorzeigeministerin “Zensursula” von der Leyen versucht Access Blockaden einzuführen, gibt es nun doch Widerstand im Netz. Ein fantastisches Video “Du bist Terrorist” hat Alexander Lehmann als Abschlussarbeit im Fach Virtual Design erstellt (und wurde natürlich von der Marketingagentur der “Du bist Deutschland”-Kampagne erfolglos abgemahnt) und ist im Netz verfügbar.

Gleichzeitig gibt es eine offizielle Petition “Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” an den Bundestag, wo jeder unterzeichnen kann. Hinweise und Zusatzmatarial gibt es bei den üblichen Verdächtigen Chaos Computer Club, Netzpolitik.org und vorratsdatenspeicherung.de

Written by onlinebynature

Juni 5, 2009 um 11:18

Wird Blackboard Monopolist?

mit einem Kommentar

Das Learning Management System Blackboard hat in Europa in letzter Zeit stark an Bedeutung verloren, aber in den USA sind sie unbestrittener Marktführer. Erstaunt hab ich vor ein paar Monaten in der 2008 Distance Education Survey Results Umfrage gelesen, dass das LMS “Angel” auf Platz 2 hinter Blackboard/WebCT mit über 20% vertreten war. Ich kannte Angel nicht und war über das starke Wachstum sehr erstaunt.

LMS Market Share US - Quelle ITC

Blackboard hat das auch bemerkt und nachdem sie 2005 den Konkurrenten WebCT gekauft haben, hat Blackboard wohl gedacht, was einmal geklappt hat, wird auch ein zweites mal funktionieren. So hat Blackboard vor ein paar Tagen auch “Angel” gekauft. Das Ergebnis ist, dass es in den USA dann wohl keinen kommerziellen Konkurrenten mehr für Blackboard gibt und die Hochschulen quasi gezwungen sind Blackboard einzusetzen, wenn sie kein Open Source System nehmen wollen.

In Europa sieht die Situation zum Glück besser aus. Neben den vielen guten Open Source Systemen wie Moodle, StudIP, OLAT u.a. gibt es auch noch viele kommerzielle Anbieter wie Clix und Fronter.

Written by onlinebynature

Mai 14, 2009 um 9:06

Veröffentlicht in Blackboard/WebCT, Lernräume, Moodle

Tagged with , , ,

Ministerpräsident Harry Carstensen zu Besuch an der FH Lübeck

Hinterlasse einen Kommentar »

Heute war es soweit und der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Harry Carstensen kam zu Besuch an die Fachhochschule Lübeck. So ein Ministerbesuch ist immer sehr aufwendig und alles muss 100% vorbereitet sein, was manchmal merkwürdige Dimensionen annehmen kann. Ich war irgendwie zuständig für die Technik. Es sollte eine Live Webkonferenz mit einer Online Studentin gemacht werden und da sollte ein Techniker dabei sein.  Es kann ja immer was passieren.

Danach hat Herr Carstensen uns noch ein kleines Interview gegeben, was wir als Podcast veröffentlicht haben.

Kluge Köpfe hat das Land

Kluge Köpfe hat das Land

Insgesamt war Herr Carstensen sehr aufgeschlossen gegenüber dem Thema E-Learning und war von der Videokonferenz (wir nutzen Adobe Connect mit Moodle) begeistert. Das Thema “Life Long Learning” unterstützt mit modernem hochwertigen E-Learning (High End Content plus Open Source Systemen und Webkonferenzen) ist natürlich ein aktuelles Thema und das oncampus Konzept mit 80% Online-Lehre plus 20% Präsenz ergänzt dies perfekt (Achtung Eigenwerbung).

Für mich war die Veranstaltung hochinteressant. Nicht jeder hat die Möglichkeit den Ministerpräsidenten zwei Stunden über Bildungspolitik made in Schleswig-Holstein reden zu hören. Es ist natürlich auch sehr schön zu hören, wenn zum einen das Rektorat der eigenen Hochschule unsere Arbeit würdigt, als auch das Ministerium :-)

Written by onlinebynature

April 22, 2009 um 5:18

Veröffentlicht in Förderprojekte, Hochschulen, e-Learning

re:publica – ein kritischer Rückblick

mit einem Kommentar

Ich habe mich wirklich auf die dritte re:publica in Berlin gefreut. Grossartige Redner (Lawrence Lessig, Jimbo Wales, Peter Schaar und Peter Glaser), ein tolles Ambiente (Friedrichstadtpalast, Kalkscheune) und herrliches Wetter. Dazu endlich mal eine Konferenz, wo man mal was Neues erfährt und nicht nur akademische wissenschaftlich fundierte und von Zitaten und Quellangaben überbrodelnde nichtssagende Vorträge. Ich dachte die innovativen Köpfe der deutschen Web 2.0 Szene werden neue Ideen und Wege zeigen, über die es zu denken lohnt. Was wirklich geschah (aus meiner subjektiven Sicht), will ich hier ganz kurz schreiben bloggen.

Die Organisation war, gelinde gesagt, ne halbe Katastrophe…leider. Das WLAN ging die ganze Konferenz fast gar nicht (Der Running Gag der Konferenz – WLAN geht gleich). Da jeder zweite Teilnehmer iPhone oder G1 oder UMTS-Stick hatte, war das UMTS Netz auch überlastet. Also ging fast drei Tage gar nix, sehr bedauerlich. Der Zeitplan ist auch oft aus dem Ruder gelaufen und fürs Essen musste man selbst sorgen (was für den Preis aber absolut in Ordnung war und auch ein Kritikpunkt darstellen soll. Ich liebe die Berliner Currywurst.).

Die Stars (Lessig, Wales, Schaar) waren gut bis sehr gut. Leider hat fast keiner von ihnen was Neues erzählt. Wer die alten Youtube-Videos aller gesehen hatte, hätte sich die Zeit sparen können. Die anderen Redner, die ich gesehen hatte, waren manchmal enttäuschend (oft krankte es aber am fehlenden WLAN) oder brilliant. So ist es aber immer auf Konferenzen.

Die Highlights waren für mich Peter Schaar und Peter Glaser und die ganz tolle Augmented Reality Vorführung von Martin Lechner und natürlich Jimbo Wales und der brilliante Redner Lawrence Lessig. Leider waren bei allen Rednern kaum was Neues zu erfahren, aber wer die Vorträge nicht kannte, hat was verpasst.

Peter Schaar hat über den Datenschutz noch einmal vorgetragen und auch das aktuelle Beispiel Mehdorn erwähnt. Er bemängelte die fehlende Befugnis des Datenschutzes in Deutschland. Meist kann er nur hinweisen, aber einschreiten kann der Datenschutz bei uns nicht. So werden Datenschutzverletzungen meist viel zu spät gestoppt und/oder von nicht geschultem Personal verfolgt. Auch sollte der Datenschutz ins Grundgesetz aufgenommen werden, was aber nicht näher ausgeführt worden ist.

Beim Wikipedia Gründer Jimbo Wales Vortrag gab es zwei sehr interessante Aussagen. Zum einen fand er die deutsche Wikipedia qualitativ hochwertiger als die englische. Das kann ich auch nur bestätigen, nachdem ich mein Medienkompetenzkurs ins englische übersetzt habe und etliche Begriffe in der dortigen Wikipedia nachlesen musste. Zum anderen wurde über ide Integration von Realtime Daten (Twitter) in die Wikipedia nachgedacht, was aber Wales diplomatisch als überflüssig ausdrückte. Hier zeigt sich, was der Hype um Twitter und Co wirklich bedeutet. Als nachhaltige hochwertige Information sind Twitternachrichten nicht geeignet, was aber Microblogger nicht gerne lesen wollen.

Lawrence Lessig war wie immer genial und man sollte seinen Vortrag geniessen. Leider ist die Qualität nicht die beste und leider gabs auch nicht richtig was neues zu erfahren, aber der Vortrag war genial.

Ein kleines Highlight war der Augmented Reality über Wikitude. Ich will auch ein G1 Handy. Das iPhone hat leider keinen Kompass, daher geht die Anwendung nur mit dem Android Handy.

Peter Glasers Vortrag über “In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?” kann man Wort für Wort in seinem Blog nachlesen  oder den Stream auf Make.tv anschauen. Ich fand den Beitrag gut, aber nicht brilliant. Leider wurde er mehr gefeiert, als kritisch hinterfragt. Dies war auch das Grundproblem der gesamten re:publica, wo wir dann bei den Kritikpunkten wären.

Was will die re:publica? Wozu ist sie da? Wer trifft sich dort? Wer soll zuhören? Was ist die Aussage?

Im dritten Jahr sollte die Veranstaltung eine klare Linie gefunden haben und nach dem Web 2.0 Hype  einen eigenen Charakter gebildet haben. Hier könnten sich Nerds treffen um über neue technische Gadgets zu fachsimpeln oder sind es doch Blogger, die über neueste Trends schreiben oder doch Journalisten, die technikbegeistert sind oder vielleicht doch Entwickler oder Start-Ups oder Venture Capitalists?

Schon beim ersten Vortrag über die deutsche Blogosphäre entdeckte man den Mangel der Veranstaltung. Hier sitzen vier Blogger und unterhalten sich übers bloggen. Jeder hatte zwar was anderes zu sagen (Blogger hören ja selten zu, sondern reden lieber selbst) aber im Großen und Ganzen hatten alle die gleiche Aussage. Blogs sind eine neue Netzkultur, jeder kann schreiben aber keiner liest es. Es kam beim ganzen Vortrag keine Streitkultur auf, denn im Podium sass niemand, der hätte streiten können, denn die waren nicht da. Es gab keine Redner von den alten Medien oder von der Gema, es waren auch keine “schreibenden” Journalisten dort oder Redakteure der Verlagshäuser. Niemand von Bertelsmann oder von der dpa oder Professoren oder Politiker! Nein dort sassen vier Blogger und haben festgestellt, dass sie alle die gleiche Software benutzen, aber was anderes schreiben. Das kann man nur vergleichen damit, vier Word-Nutzer auf eine Bühne zu stellen und zu fragen, warum sie schreiben. Da wird nix vernünftiges rauskommen. Daher war der Vortrag auch so interessant, wie die Tageskarte der Currywurstbude von nebenan.

Die fehlende Streitkultur setzte sich in fast allen Podiumsdiskussionen fort, die ich mir angeschaut hatte. Das abschreckendeste Beispiel war der Vortrag über das Microblogging “Grossstadt-Nomaden”, wo drei Microblogger sich NICHT über den Sinn und Zweck von Microblogging unterhalten haben, sondern sich einfach ausgetauscht haben, welche Tools sie wie und wann benutzen, z.B. um mal kurz im Kaufhaus in der Schlange an der Kasse zu twittern “Ich stehe hier und warte”. Leider wurde niemand eingeladen, der fragte, was für einen Sinn das macht, aber das dafür ein G1 oder ein iPhone mit Twitter bzw. identi.ca Gateway benötigt wird, hat bestimmt jeden interessiert.

Bei der Diskussion über die Kulturflatrate genau das gleiche. Es fehlte der Gegenpart, dafür waren aber wieder einmal die üblichen Verdächtigen der re:publica anwesend, die über alles reden können, nämlich Herr Beckedahl und Herr Häusler. Ich schätze beide wirklich sehr, aber das Auftreten war etwas inflationär. Vielleicht hätte gerade bei dieser Diskussion jemand von der Gema oder aus der Politik da sein können, ein anderer Musiker oder ein DRM-Experte. Zum Glück war Volker Grassmuck anwesend, der oft sehr gute Beiträge liefern konnte.

Ich will die Veranstaltung jetzt nicht schlecht reden, denn sie ist zu wichtig. Es ist aber schade, wenn man hier eine große Chance vergibt. Das Dilemma der re:publica ist wie das Dilemma der Blogger. Niemand weiss was sie sind/ist. Hier fehlt Streitkultur und es müssen wichtige Leute kommen, seien es Politiker, Meinungsgeber, Journalisten oder Geschäftsleute teilnehmen.So hat die re:publica keinen gesellschaftlichen Anspruch, aber vielleicht will sie den auch gar nicht haben.

„Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, ist einer von ihnen überflüssig.“ (Winston Churchill)

Written by onlinebynature

April 15, 2009 um 6:22

Veröffentlicht in Konferenzen