Online by Nature

2 von 3 Deutschen sind online

Veröffentlicht in Medienkompetenz, Web 2.0 by onlinebynature am Juni 28th, 2008

Gerade ist der neue (N)ONELINE Atlas 2008 der Initiative D21 herausgekommen. Hier kann man sehr gut die Verbreitung von Internet in Deutschland nach Alter, Geschlecht, Bundesland etc. sehen. Deutschland holt weiterhin sehr gut auf. So haben inzwischen 2/3 Drittel der Deutschen Internet und davon haben inzwischen mehr als 65% Breitbandanschluss. Was mich besonders gefreut hat, ist der dritte Platz von Schleswig-Holstein bei den Bundesländern mit 68,6 %, nur Berlin (70,3 %) und Hamburg (69 %) sind besser.

Internetnutzung in Deutschland:

Jahr

Onliner

Nutzungsplaner

Offliner

2007

60,2 %

5,7 %

34,1 %

2008

65,1 %

4,9 %

29,9 %

Breitbandnutzung in Deutschland:

Jahr

DSL

Kabelmodem

Sonstige BB

BB gesamt

2007

56,9 %

2,3 %

0,3 %

59,5 %

2008

61,8 %

3,2 %

0,5 %

65,4 %

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Uni Wien wechselt von Blackboard zu Fronter

Veröffentlicht in Lernräume by onlinebynature am Juni 27th, 2008

Jetzt ist es offiziell, was Insider schon länger wissen. Die Universität Wien mit 72.000 Studierenden die größte deutschsprachige Uni, wechselt das Learn Management System. Nach einer langen aufwendigen Evaluation wurde das norwegische Fronter System auserwählt. Fronter bezeichnet sich selbst als “commercial open source” und ist laut Pressemeldung bestens für Bologna Prozess und modularisierte Studiengänge geeignet.

Mit dem Wechsel hat die Uni Wien, meiner Ansicht nach, eine große Chance vertan, um ein Zeichen in der Open Source Bewegung zu setzen. Hochschulen sollten bei Software Entscheidungen Open Source als produktive Alternativen fördern und einsetzen. Viele Open Source Projekte kommen aus Hochschulprojekten, werden dann aber aus Kostengründen und fehlendem Personal nicht eingesetzt. Die Begründung lautet dann meist, für Lizenzen sind Gelder aus Sachmitteln vorhanden und genehmigt, aber um ein Open Source Projekt zu realisieren, braucht man gutes Personal. Die Umwidmung von Sachmitteln in Personalmittel ist aber nicht gewollt. Warum aber dennoch heutzutage so viele Universitätsprojekte Open Source sein müssen, aber dann nicht von anderen Unis eingesetzt werden, ist widersprüchlich.

Eine ganz besondere Frage stellt sich auch nach den Auswahlkriterien einer Software im öffentlichen Dienst. Sollte ein LMS überhaupt ausgeschrieben werden? Kann sich ein Open Source Projekt auf eine Ausschreibung bewerben? Nein, das müssen Business Partner machen, die den Service und den Support bieten. Bei Sakai macht das z.B. rSmart und bei OLAT ist es Frentix. So sind die Erfolge einer kommerziellen Open Source Lösung natürlich Abhängig vom Know How und der Risikobereitschaft des Anbieters. Braucht man aber überhaupt Support? Meine Erfahrungen mit den Support Hotlines vieler Firmen (Adobe, Microsoft, Blackboard, Novell, etc.) haben mir gezeigt, dass jedes Open Source Forum gleichwertig ist oder besser ist.

Die Zukunft wird zeigen, ob andere Unis den gleichen Weg gehen werden, oder ob vielleicht doch ein richtiger Wechsel stattfinden wird.

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Resume 6.Blackboard User Meeting in Wien

Veröffentlicht in Konferenzen, Lernräume by onlinebynature am Juni 27th, 2008

Jetzt sind schon paar Wochen ins Land gegangen trotzdem noch ein paar Worte zum 6.Blackboard User Meeting in Wien. Zuerst einmal einen sehr großen Dank an die Uni Wien und besonders an Annabell Lorenz für die sehr gute Organisation der Veranstaltung und dem gelungenen Inhalt. Zum ersten Mal wurde nicht nur über und mit Blackboard geredet, sondern auch über die strategische Positionierung eines LMS bzw. von E-Learning an einer Hochschule. Dabei sind die Probleme von E-Learning an allen Hochschulen ähnlich. Nach einer anfänglichen Förderung sind die E-Learning Projekte inzwischen erwachsen geworden und müssen sich als Stabsstelle, Pädagogische Abteilung oder als IT-Department in der Hochschule langfristig etablieren und um ihre Daseinsberechtigung kämpfen. Wo liegen die Vorteile von E-Learning in der neuen akademischen Welt vom Bologna Prozess, Studiengebühren und der neu entdeckten notwendigen Wirtschaftlichkeit von Bildung. Alles sehr spannend und man merkt, dass E-Learning weit mehr als nur eine neue Technik ist. Es kann der Grundstein für eine neue Ausrichtung der Lehre sein.

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Blog ist umgezogen

Veröffentlicht in Open Source, Wordpress by onlinebynature am Juni 27th, 2008

Nach langer Zeit endlich mal wieder was Neues. Vielleicht hat der eine oder andere es ja schon gemerkt, das schöne Blog ist umgezogen. Es wird jetzt WordPress benutzt. Warum WordPress und nicht mehr b2evolution? Die Antwort ist ziemlich einfach. Die Qualität und Nachhaltigkeit einer Open Source Software steigt proportional mit der Verbreitung und WordPress hat sich inzwischen absolut etabliert. Ähnlich war die Entscheidung pro Moodle bei uns auch und wir sind sehr zufrieden damit.

Die URL www.onlinebynature.de ist noch nicht korrekt umgezogen. Das liegt zum einen daran, das dies etwas aufwendiger ist und zum anderen bin ich mir noch nicht absolut sicher, ob Fremdhosting bei wordpress.com das wirklich richtige ist.

Jetzt wollen wir aber schauen, ob mein neuer Vorsatz von drei Einträgen pro Woche Wirklichkeit wird.

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6.Blackboard User Meeting in Wien

Veröffentlicht in Blackboard/WebCT, Konferenzen by onlinebynature am Juni 4th, 2008

Es ist soweit: vom 14. - 16. Mai findest das Meeting der BBDACH - der deutschsprachigen Usergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz - erstmals gehostet von der Universität Wien, statt. Das Ganze ist diesmal, der allgemeinen eLearning-Entwicklung entsprechend, erstmals völlig LMS-unabhängig, zumindest lässt das angekündigte Programm darauf schließen. Am Freitag darf ich sogar einen Vortrag über “Chancen und Risiken eines universitätsweiten LMS-Wechsels” halten. Wie bekannt hat oncampus als erster deutscher Blackboard Kunde letztes Jahr vollständig auf Moodle gewechselt. Das war eine sehr großes aber auch ein sehr erfolgreiches Projekt.

Die Universität Wien hat im November jetzt auch beschlossen ein neues zentrales Learning Management System auszuschreiben. Auf das Ergebnis sind wir alle gespannt, da die Uni Wien mit ca. 150.000 eingeschriebenen Usern, eine der größten LMS-Installationen hat. Wird es wieder Blackboard oder doch ein Open Source LMS?

Berichte aus Wien folgen und dann hab ich endlich ne Woche Urlaub und vielleicht gehts dann mit neuem Blog weiter.

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Nix los hier

Veröffentlicht in Allgemein by onlinebynature am Juni 4th, 2008

Das Blog onlinebynature ist im Begriff umzuziehen. Es verläßt den sehr innovativen Weg von B2Evolution und wird bald als WordPress Blog wiedergeboren. Im Moment gibt es noch Layout Arbeiten und Konvertierungsprobleme und dank Urlaubszeit verzögert sich so etwas.

Ich hoffe in zwei Wochen aber spätestens Anfang Juni wieder in alter Frische bloggen zu können.

Rückblick Moodlemoot Heidelberg

Veröffentlicht in Konferenzen, Moodle by onlinebynature am Juni 4th, 2008

Es sind schon paar tage ins Land gegangen, aber ich will trotzdem noch ein paar Worte zur Moodlemoot schreiben.

In Heidelberg trafen sich mehr als 400 Teilnehmer zur größten Moodle Veranstaltung im deutschen Raum. Das absolute Highlight war natürlich der Besuch von Martin Dougiamas dem “Erfinder” von Moodle. Seine Keynote wurde mit großer Spannung erwartet, allerdings gab es keine richtigen neuen Infos. Wer schon mit Moodle arbeitet und die Homepage besucht hat, kannte 95% der Informationen.

Martin Dougiamas
Martin Dougiamas bei der Moodlemoot

Martin gab einen Ausblick auf Moodle 1.9 und 2.0. Bei der Version 1.9 wurde sehr viel an der Stabilität und Performance gearbeitet. So soll es doppelt so schnell sein und es sind hunderte von Fehlern behoben. Die großen neuen Features sind wohl die verbesserte Gruppenfunktion, die Erweiterung des Profils und das neue Gradebook. Infos in den offiziellen Release Notes. Moodle 2.0 wird dann ein kompletter Rebuild werden. Hier kommen neue strategische Ausrichtungen in den Blickwinkel. So wird Moodle komplett auf PHP 5.2 umgestellt werden und Portfolios und Repositories werden unterstützt. Das bedeutet nichts anderes, als dass Moodle für Universitäten einsetzbar wird. Blackboard, Clix und Ilias sollten also Moodle als Konkurrenz Ernst nehmen.

Das Land Baden-Würtemberg unterstützt Moodle als zentrale Lernplattform, was mich positiv sehr erstaunt hat. Ein deutsches Bundesland unterstützt eine australische Software und dann auch noch Open Source! Das wäre vor 5 Jahren noch nicht möglich gewesen.

Von den 400 Teilnehmern waren sehr viele Lehrer anwesend. Es waren nur ca. 10 Entwickler und ca. 15 Researcher verteten. Moodle Deutschland ist vor allem ein Schulsystem für Anwender. Hier sollte doch mehr Eigenleistung von größeren Institutionen gefördert werden.

Ich persönlich habe einen Vortrag über Repositories und Content-Verwaltung gehalten, der gut besucht war. Es scheint doch größere Installationen zu geben bzw. es sind wohl welche geplant.

Auf Youtube hab ich noch einen Rückblick entdeckt, der es lohnt kurz angeschaut zu werden.

Erfahrungsbericht einer Seniorin aus dem Medienkompetenzkurs

Veröffentlicht in Konferenzen, Medienkompetenz by onlinebynature am Juni 4th, 2008

Morgen am Samstag findet in Lübeck die Seniorenmesse Alter Aktiv Messe statt. Ich wurde eingeladen einen Vortrag über Web 2.0 und Senioren zu halten. Dabei kam mir die Idee, einfach meine älteste Kursteilnehmerin aus meinem Medienkompetenzkurs zu fragen, ob wir den Vortrag nicht gemeinsam halten wollen. Frau Eva Günther-Betz hat schriftlich Ihren Vortrag schon ausgefertigt und ich darf ihn hier veröffentlichen. Viel Spass beim lesen, er ist wirklich sehr interessant geschrieben.

Senioren mit Laptop

Guten Tag, meine Damen und Herren,
mein Name ist Eva Günther-Betz (eva.guenther-betz[@]t-online.de), ich bin 55 Jahre alt und habe Ende des vergangenen Jahres an dem Medienkompetenz-Pilotkurs teilgenommen.

ZUR MOTIVATION

Familiäre Vorbilder
Mein Vater war Jahrgang 1918. In seinen Jugendjahren sicher vergleichbar von der technischen Veränderung der Welt fasziniert wie es die junge Generation heute vom Internet ist. Während der Kriegsjahre wurde er als Marinefunker ausgebildet und setzte diese Tätigkeit des „in die Welthineinrufens“ mit Hilfe seiner Morsezeichen bis in das Zeitalter des Internets fort.

Meine Kindheitserinnerungen sind geprägt von dem Vater, der in schlaflosen Nächten mit den Kopfhörern auf den Ohren mit Menschen überall auf der Welt kommunizierte. Die Belohnung war der Bericht am Frühstückstisch, mit wem er in welchem Teil der Erde gefunkt hatte. Nur wenig später kam als sichtbares und besonders beeindruckendes Zeichen eine spezielle Funker-Postkarte aus diesem Land.

In den 90iger Jahren reisten seine Enkel hinaus in diese Welt. Und es war mein Vater, der in regem Schriftverkehr begeistert mit seinen Enkeln in Argentinien, Tonga oder Australien korrespondierte, - bis vier Wochen vor seinem Tod – und das war im 87. Lebensjahr.

Familiäre Notwendigkeiten
Mitte der Neuziger Jahre ging mein geschiedener Mann in den Südpazifik und nur wenig später folgte ihm mein Sohn. Fünf Jahre habe ich meinen Sohn nicht gesehen. Am Tag, als er zurückkehrte, war das Wiedersehen keineswegs so fremd wie ich vermutet hatte. Aber während der gesamten Zeit bestand ein reger Verkehr zwischen der zurück gebliebenen Familie in Deutschland und meinem Sohn am anderen Ende der Welt.

Meine Tochter, eine angehende Ethnologien mit dem Schwerpunkt Südpazifik, trennt sich heute immer häufiger von mir mit den kurzen Worten: „ich meld mich dann über Skype“ .Dann weiß ich, dass ich in überschaubarer Zeit das Kind via Internet sprechen und sehen werde , wenn ich will – mit Ausblick auf den Garten ihres Standortes, dank google earth, einem Internet-Bildprogramm, dass per Satellitaufnahme Luftaufnahmen von allen Teilen dieser Erde ermöglicht.

Berufliche Herausforderungen
Aufgrund verschiedener Lebensumstände habe ich mich wiederholt beruflich neuorientiert. In diesen Phasen des Neulernens wurde mir immer deutlicher, dass das Medium PC und Internet eine Kulturtechnik der Neuzeit ist, die die Grundlage für alles darstellt, was ich in Zukunft noch tun möchte.

Eine sehr persönlicher Ansporn war dabei die spürbare Arroganz der jüngeren Kollegen meinem unzureichenden Wissen gegenüber und die Selbstverständlichkeit, mit der Wirtschaftsunternehmen dieses Wissen voraussetzen. Ich war also herausgefordert meinen Willen und mein Vermögen zum ständigen Lernen und Weiterbilden zu aktivieren.

Lebensbewältigung – Lebensqualität
Ich hatte mich entschlossen an dem Angebot dieser Weiterbildung teilzunehmen, weil ich weder der Überzeugung bin, dass man irgendwann für irgendetwas zu alt ist es zu lernen, noch weil ich es für die Verbesserung meiner Lebensqualität nicht relevant halten würde. Im Gegenteil !

So wie ich mittwochs zum Philosophiekurs gehe und sonntags gerne ins Konzert, ist der Besuch im Internet von mir eine nicht zu missende Lebensbereicherung geworden. Ohne E-Mail-Kontakt, ohne Handy-Fotoschnappschüsse, Internetrecherchen und Chatrooms zu ausgewählten Themen wäre meine soziale Welt als alleinstehende Frau in fortgeschrittenem Alter nicht annähernd so reichhaltig wie mit diesen neuen Möglichkeiten.


ZUM KURSVERLAUF

Voraussetzungen
Der Medienkompetenzkurs setzte voraus, dass man gewisse Grundkenntnisse besaß. Man meldete sich an und lernte die weiteren Teilnehmer erst bei Beginn des Kurses über das Internet kennen.

Ähnlich wie bei der Beherrschung von Fremdsprachen können die Niveauunterschiede in einem Kurs unter den Teilnehmern äußerst groß sein. Ich würde mich mal zu denen zählen, die das niedrigste Niveau hatten. Ich habe zwar seit Mitte der 80iger Jahre mit Computern arbeiten gelernt, aber es so getan, wie es für Frauenarbeitsplätze oft kennzeichnend ist, nämlich so viel wie nötig. Und das ist manchmal nicht viel mehr als früher mit der Schreibmaschine.

Die uns Teilnehmern zur Verfügung gestellten Unterlagen wiesen uns ausführlich in die Bedingungen ein und benannten eine Mindestausstattung im Technikbereich. Mein ehemals Informatik studierender Sohn zeigte deutlichen Ehrgeiz seiner Mutter die finanzierbar besten Bedingungen einzurichten. Es ging also gut an.

Da der Kurs keine Präsenz an einem bestimmten Ort vorsah, war klar, dass man zu einer bestimmten Zeit am besten an seinem heimischen PC zu sitzen hatte. Ich war wirklich dankbar, dass ich an irgendeinem dieser trüben Oktober-/Novembertage nicht bei Wind und Wetter auf den Weg machen musste, um in dunklen Stunden irgendwo im Nichts einen Kurs besuchen zu müssen. Heimarbeitsplätze haben etwas, was „Frauen lieben“: Man kann sich´s nämlich gemütlich machen bei der Arbeit.
Da einige Teilnehmer über Webcamps verfügten, war das Begucken und Bestaunen auch gesichert, spätere leibhaftige Begegnungen nicht ausgeschlossen, was dann auch geschah.

Inhalte
Die Grundkenntnisse als Vorbedingungen waren für diesen Kurs erforderlich, weil wir uns in der Kürze der Maßnahmezeit ausschließlich mit dem Web 2.0 beschäftigten.

Dass das Web 2.0 überhaupt eine gesonderte Entwicklung beschrieb, war mir bei der Anmeldung zum Kurs keineswegs vertraut. Was sich dann aber durch die Arbeit erschloss, war der Blick nicht nur in eine neue technische Entwicklung sondern vor allem in eine neue gesellschaftliche Veränderung. Ohne es zu wissen, lernte ich zu erkennen, dass ich mich auf dem besten Weg befand mich mit der „Lissabon Strategie des lebenslangen Lernen „life long learning“ auseinander zu setzten und einen neuen demokratisierenden Bildungsweg zu beschreiten.

Wir erhielten eine umfassende Einführung in die Technik und Begrifflichkeit dieses Fachbereiches, wir stellten einander vor und vereinbarten Kommunikationsregeln und zeigten zunächst das Verhalten von willigen Schülern, die am Anfang sich nicht trauten Fragen zu stellen.

Nach Erarbeitung dieser Grundlagen kam eine wirkliche Herausforderung durch die eigene Gestaltung eines Blogs. Was ist ein Blog und wofür soll das gut sein? waren Fragen, die sehr schnell nicht die Gesellschaft aber uns als Gruppe spaltete. Und so war es nicht ungewöhnlich, dass sich ein Teilnehmer spätestens jetzt vom Kurs verabschiedete.

Blogs sind so etwas wie die Speaker Corners in Londons Hyde-Park, wo jeder Reden halten kann, ob man ihn hören möchte oder nicht. Insbesondere Journalisten nutzen diese Möglichkeit der Meinungsäußerung zur befreienden Erweiterung der Medienkultur. Ich habe mir sagen lassen, dass gelangweilte Hausfrauen, Exhibitionisten und profilsüchtige Politiker diese Form der Darstellung im Internet bevorzugen und dass dass ganz gefährlich sei, wenn man da was reinschreibt, was dann Arbeitgeber und Vorgesetzte zwanzig Jahre später gegen einen verwenden können. Na ja, dass ist wahrscheinlich so wie mit dem falschen Leserbrief oder dem Anruf bei der Sendung „die Meinung des Hörers ist gefragt“. Es ist immer gut mit Medien kritisch umzugehen. Und das lernten wir daran.

Auf jeden Fall kann man bei der Gestaltung eines Blogs eine Vielzahl auch an technischen Tricks und Raffinessen kennenlernen, die man beim gewöhnlich eher passiven Gebrauch des Internets nicht erfahren würde. Während die Erstellung einer Homepage sowohl solide Kenntnisse als auch die Investition in Gebühren beinhalten, ist der Versuch einen Blog zu erstellen, eine kostenlose und gut kontrollierbare Chance der Themendarstellung im Internet. Es gibt so viele Möglichkeiten der Bloggestaltung wie es Menschen und Interessen gibt. Und somit dienlich für Millionen neue Ideen!

Die aufwendigste und verantwortungsvollste Aufgabe war das Erstellen oder Erweitern eines Wikipedia-Beitrages. Wikipedia und seine Konkurrenten stellen die Bildungsgesellschaft endgültig auf den Kopf. Hier kann man von einer Demokratisierung des bisherigen Bildungsprivilegs sprechen. Für uns scheinbar nicht mehr so häufig gefragten Alten die CHANCE, Wissen und Können in anspruchsvoller und umfassender Art verantwortungsvoll an die Gesellschaft weiter zu geben.

Probleme während des Lehrgangs
Disziplin ist nicht unbedingt meine Tugend. Ich lasse mich gerne ablenken, und wenn kein Druck da ist, lass ich auch schon mal was schludern. E-Learning ist sicher eine Verfahrenstechnik, die den erwachsenen und motivierten Lernenden anspricht.

Ähnlich wie im Studium ist eine gewisse Fähigkeit zum selbständigen Strukturieren erforderlich. Erwachsene unseres Alters haben unzweifelhaft eine solche Struktur entwickelt, mal mehr oder weniger, aber ausreichend, um für diese Art des Lernens beste Voraussetzungen mitzubringen. Man hat die Pflicht und die Freiheit sich die Erarbeitung des Lehrstoffes selbst einzuteilen, also sein Lerntempo selbst zu bestimmen. Je nach Tagesform und Interesse eröffnen sich dabei individuelle Spielräume, die man bei Präsenzkursen so nicht hat.

Obwohl die Kontakte anfänglich sehr eindimensional erscheinen, entstehen die vielfältigsten Beziehungsmöglichkeiten. Es gibt genügend kritische Stimmen, die diese Reduktion des Kontaktes während des Internetbesuches für gefährlich und einschränkend beurteilen. Dass aber können sie nur sein, wenn sie das übrige Erleben vollständig ersetzen. In diesem Kurs gab es eine vorbehaltlose und generationsübergreifende Chance des Kontaktes, die sich in nichts von der Kommunikation z.B. anderer VHS-Kurse unterschied, die ich bei lebendigem Leibe in ungemütlichen abgewirtschafteten Klassenräumen besuchte. Das Bedürfnis sich zu treffen und „richtig“ kennen zu lernen, wuchs; es förderte sozusagen die Neugier aufeinander. Am Ende diese Kurses organisierten wir daher ein Treffen, das im übrigen in jedem Kurs zu jeder beliebigen Zeit planbar ist.

Sowohl für den Unterrichtenden als auch für den Lernenden fand ich die Aufmerksamkeitshaltung während des Kurses als Herausforderung. Theoretisch konnte man sich in eine Ecke des großen grauen Äthers des Nichts verkriechen, so wie man vielleicht früher im Geschichtsunterricht gelangweilt aus dem Fenster gestarrt hat. Die Vermittlung des Lehrstoffes setzt jedoch voraus, dass alle dem Lehrenden folgen können. Hier gilt das gruppendynamische Gesetzt: der Fortschritt der Gruppe ist von dem schwächsten Glied seiner Gruppe abhängig. Wer also nicht mitkam, hat sich bemerkbar gemacht. Und die Hilfsbereitschaft unter uns Teilnehmern war nicht weniger groß wie in einem normalen Klassenraum.
Diese Erfahrung hat mich sicher sein lassen, dass ich auch als „blindes Huhn“ noch eine Chance unter unseren Profis hatte.
Was ich für unsere heutige Kommunikationsstruktur besonders förderlich fand, war, dass ein Durcheinanderreden oder „jemanden ins Wort fallen“ ausgeschlossen war. Die Technik gestattet solche soziale Kommunikationsunarten nicht. Geduld und immer schön der Reihe nach war ein bestimmendes Motto, was uns älteren Menschen ganz sicher entgegenkommt.

Ich hatte eine Menge Probleme bei der Umsetzung der geforderten Aufgaben. Die hilfreiche Unterstützung des Kursleiters, der Kursbeteiligten, die generöse aber liebevolle unterstützende Anleitung durch meinen in diesen Dingen viel klügeren Sohn hat mir geholfen etwas kennen zu lernen und ein Interesse dafür zu entwickeln, dass mich weiterhin neugierig auf die Zukunft sein lässt.

Ich brauche deutlich mehr Übungs- und Verständniszeit als die Jüngeren, aber eben nur in diesem Bereich. Das Merken einer Fachsprache und das Verstehen von technischen Abläufen trainiert nicht nur mein Gedächtnis auf sehr sanfte und unterhaltsam Art, es ist spannend, wie sich Analogien bilden lassen zu dem, was man sonst schon längst weiß aus dem Reich der Wissensvermittlung.
In der unmittelbaren Benutzung und Anwendung kann ich mein Neugier und mein Wissen in unerschöpflicher Art und Weise benutzen, gibt es mir eine Chance Gelerntes über den Berufsalltag weit hinaus konstruktiv in mein Leben einzubinden und zur Verfügung zu stellen.

Es hat meinem Ego gut getan, den jungen und arrogant anmutenden Kollegen eine lange Nase machen zu können und das Gefühl mitnehmen zu können, dass ich in diesem Leben noch allemal zurecht komme, immer noch ein Stück Neugier auf Zukunft habe und Foren finden kann, in denen meine Kompetenz von Bedeutung sein kann. Und damit möchte ich schließen.

Roadmaps von Moodle, Sakai, OLAT und dem Rest

Veröffentlicht in Lernräume, Moodle, Sakai by onlinebynature am Februar 27th, 2008

Immer wieder werde ich gefragt, wie man Learning Management Systeme evaluiert. Sehr viele Institute entscheiden nach Features, Tools und machen dann eine Ausschreibung. Leider ist dies in der deutschen Hochschullandschaft zwingend erforderlich, da Mittel für ein neues LMS nur über Auschreibungen möglich sind und dort können sich Open Source Communities nicht bewerben. Sie brauchen Businesspartner, aber das ist eigentlich ein anderes Thema

Um die Qualität von Open Source Software beurteilen zu können, muss man eigentlich andere Kriterien als Features heranziehen. So ist die Nachhaltigkeit über die Finanzierung zu sehen, z.B. Open Office wird von SUN unterstützt oder über die Verbreitung der Software. Firefox hat zwar nur ca. 10 Angestellte, aber dafür ca. 30% Marktanteil weltweit. Die Stärke der Entwicklungsabteilung ist auch ganz ausschlaggebend, hier hat z.B. Sakai mit ca. 150 Entwicklern eine beachtliche Manpower aufgebaut.

Nimmt man diese Faktoren zusammen und schaut sich die Roadmaps von Open Source Projekten an, kann man qualitativ gut beurteilen, ob das Projekt nachhaltig ist oder nicht. Vergleicht man z.B. von drei anerkannten Open Source Lernräumen die Roadmaps erkennt man schnell, welche Ziele die Community hat, wie klar sie aufgestellt ist und welche Manpower dahinter steckt.

Die anspruchsvolle Moodle Roadmap zeigt nur Meilensteine bis Ende 2008. Sie ist aber sehr ausführlich und umfangreich.

Sakai hat seine Roadmap sehr erweitert und ist jetzt absolut transparent. Die Meilensteine sind anspruchsvoll, aber wohl erreichbar. Sakai hat hier am meisten gelernt und gibt dem künftigen Anwender sehr viele Informationen. Sie endet aber auch 2008 mit kleinen Ausblicken auf das Jahr 2009.

Als drittes gibt OLAT einen Ausblick auf die Entwicklung. Die Roadmap ist äusserst knapp beschrieben, aber im Gegensatz zu Sakai und Moodle reicht sie bis Ende 2012, was im kurzlebigen Internetzeitalter schon fast vermessen ist.

Alle drei Roadmaps haben aber mehr oder weniger die gleichen Ziele. Da stellt sich natürlich die Frage, oft man überhaupt so viele LMS braucht, oder ist die Diskussion über ein LMS eher emotional zu sehen, vergleichbar mit dem ewigen Kampf Windows oder Linux?

Sehr interessant wäre es natürlich dann einmal die Roadmaps von kommerziellen Anbietern zu nehmen, aber weder bei Blackboard noch bei Clix habe ich welche gefunden. Hier sind wohl die Firmengeheimnisse wichtiger als Transparenz.

Warum Microsoft Yahoo kaufen will

Veröffentlicht in Medienkompetenz, Open Source, Web 2.0 by onlinebynature am Februar 22nd, 2008

Es war eine Sensationsmeldung als alle Nachrichtenseiten auf einmal meldeten Microsoft will Yahoo übernehmen. Über 40.000 Mio. Dollar für ein Internet-Unternehmen, was in letzter Zeit noch nicht einmal so erfolgreich war. In Deutschland spielt Yahoo seit jeher eine kleinere Rolle, aber global ist Yahoo gross, sogar sehr gross. Yahoo hat auch stark expandiert und ein paar sehr bekannte Web 2.0 Dienste aufgekauft. Wer liebt nicht Flickr und del.icio.us? Yahoo hat ein sehr gutes Image und eine ganz andere Kultur als Microsoft und unterstützt Open Source und jetzt ganz neu OpenID.

Microsoft dagegen hat ein sehr schlechtes Image. Microsoft ist Closed Software und halt Windows und Office. Sie haben wie keine andere IT-Firma auf der Welt, das Internet nicht begriffen und vor allem verschlafen. Zuerst war der Browserkrieg mit Netscape, dann die Instant Messaging Konflikte mit AOL und Yahoo und natürlich die Suchmaschine. Hier hat Google die absolute Marktmacht und Microsoft will das ändern.

In den letzten Jahren hat Microsoft vier große Trends verschlafen.

1. Suchmaschinen
Hier hat Google das Monopol und vor allem das Verständnis, die Suchdienste zu verknüpfen, mit z.B. mit Analytics, Trends und anderen tollen Diensten aus den GoogleLabs. Google IST das Internet!

2. Musik/Medien
Content ist King! Das war schon immer so und Apple hat bewiesen, wie man mit fremden Inhalten, richtig viel Geld verdienen kann. iTunes und iPod zeigen der Konkurrenz, dass man mit Musik und bald auch mit Filmen im Internet Geld verdienen kann. Ohne DRM Mit jetzt freier Musik und einer klaren Preisstruktur und einem sehr guten Image, verdient Apple Milliarden und Microsoft hat dem nichts entgegenzusetzen. Zune ist gescheitert, Vista als DRM Betriebssystem auch und MP3 ist klarer Sieger gegenüber WMA.

3. Handys
Handys sind inzwischen kleine Alleskönner geworden. Egal ob man Musik hören, Fotos machen oder einfach nur SMS schreiben will, alles geht mit dem Handy. Inzwischen sind sogar Navigationssysteme eingebaut und Lexikas und Dictionaries verfügbar. Dabei wird aber oft ein Linux, Symbian oder halt ein iPhone benutzt. Windows Mobile hat nicht die Marktdominanz, die es bräuchte und Nokia, Motorola und Sony werden nicht zwingend Microsoft einsetzen, von Apple ganz zu schweigen.

4. Spielekonsolen
Die XBox ist zwar erfolgreich, aber hier hat Sony eine riesige Marktdominanz. Die Playstation 2 ist immer noch die meistverkaufte Spielekonsole auf dem Markt und was wirklich neues und innovatives hat Nintendo mit der Wii erfunden. Microsoft dagegen hatte ein gravierendes Kühlproblem mit der Xbox 360 und musste jedes dritte Gerät auf Garantie reparieren. Das sich die Blue Ray als DVD Nachfolger durchgesetzt hat, ist natürlich auch eher ein Grund für die PS3 und zeigt wieder einmal, dass MS auch hier den falschen Riecher hatte.

Die Zukunft ist also für Microsoft sehr schwer. Natürlich sind das Betriebsystem und die Office Produkte das große Plus für MS, aber wenn man Office als Webapplikation erstmal starten kann (was Google gerade entwickelt) oder Open Office sich weiter durchsetzt, wird es immer schwerer und ein Betriebssystem ist bald nicht mehr nötig. Der PC der Zukunft braucht nur noch einen Browser und alle anderen Dienste liegen im Internet. Lokale Dateiablagen sind genauso überflüssig wie lokale E-Mails oder Bookmarks. Musik, Videos und Bilder liegen im Netz und auch der Lernraum, das Studium und meine Freunde, Kollegen und Kontakte sind im Netz verfügbar. Schöne Aussichten :-)